Die Lehrstation - Praktische Übungen in sicherer Umgebung

Auf der Lehrstation der Pflegeschule der St. Elisabeth Gruppe können angehende Pflegekräfte pflegerische Handlungen zunächst ohne echte Patienten einüben. Diese geschützte Umgebung dient dazu, die theoretischen Inhalte der Ausbildung unter der Anleitung erfahrener Praxisanleiter praxisnah zu erlernen.

Fähigkeiten trainieren

Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, folgende Pflegetätigkeiten zu trainieren:

  • Waschen und Ankleiden von Patienten
  • Lagerungstechniken zur Vermeidung von Druckstellen
  • Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe
  • Wundversorgung und hygienische Verbandswechsel
  • Injektionen und andere medizinische Eingriffe

Besonderes Augenmerk wird auf die Einhaltung von Hygienestandards und das strukturierte Einüben von Arbeitsabläufen gelegt. So werden die Auszubildenden optimal auf den Umgang mit Patienten vorbereitet.

Kommunikation üben

Neben den praktischen Tätigkeiten trainieren die Auszubildenden auch die Kommunikation mit Patienten. Dabei geht es darum, pflegerische Maßnahmen klar und einfühlsam zu erklären, um Vertrauen aufzubauen und Missverständnisse zu vermeiden.

Perspektivwechsel: Die Patientenrolle erleben

Um ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Empfindungen von Patienten zu entwickeln, schlüpfen die Auszubildenden auf der Lehrstation selbst in die Patientenrolle. Dieser Rollenwechsel fördert das Einfühlungsvermögen und hilft den Auszubildenden, die Perspektive der Patienten besser nachzuvollziehen.

Einblick in die Ausbildungsstation: Lernen durch Rollenwechsel

Die Ausbildungsstation ist ein besonderer Bestandteil der generalistischen Pflegeausbildung in der St. Elisabeth Gruppe. Hier übernehmen Auszubildende eigenverantwortlich die Leitung einer Station und schlüpfen in verschiedene Rollen – von der Stationsleitung bis zur examinierten Pflegefachkraft. Auch erfahrene Pflegekräfte nehmen an diesem Rollenwechsel teil und unterstützen die Auszubildenden mit ihrer Erfahrung. In dem Video berichten drei Auszubildende von ihren Erlebnissen und Herausforderungen auf der Ausbildungsstation.

„Auszubildende leiten eine Station“ – Das innovative Ausbildungskonzept in der St. Elisabeth Gruppe

Die St. Elisabeth Gruppe setzt auf eine praxisnahe Ausbildung und intensive Begleitung angehender Pflegefachkräfte. Mit dem Projekt „Auszubildende leiten eine Station“ erhalten Auszubildende die Möglichkeit, während ihrer dreijährigen Ausbildung in den Einrichtungen St. Anna Hospital, Marien Hospital Herne, Marien Hospital Witten, Rheumazentrum Ruhrgebiet und der Senioreneinrichtung Widumer Höfe praktische Erfahrungen zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen. Das Konzept unterstützt nicht nur die fachliche Entwicklung, sondern stärkt auch Teamgeist und Selbstvertrauen.

Von der Theorie in die Praxis: Die Ausbildungsstation

Seit dem Start des Projekts im April 2023 haben bereits über 680 Auszubildende teilgenommen. „Die Ausbildungsstation ist eine intensive, aber sehr wertvolle Erfahrung. Hier können die Auszubildenden ihre Stärken entdecken und sich gezielt weiterentwickeln“, erklärt Marion Schmitz, Gesamtpflegedienstleitung in der St. Elisabeth Gruppe. Viele berichten, dass sie in dieser Zeit besonders viel lernen und einen sehr guten Überblick über alle Aufgaben erhalten, die eine Pflegefachkraft insgesamt hat. Jeder Auszubildende durchläuft das vierwöchige Projekt einmal im zweiten Ausbildungsjahr, aufgeteilt in drei Phasen: Einführung, Rollenfindung und eigenständiges Arbeiten. 

Drei Phasen, ein Ziel: Selbstständigkeit und Verantwortung

Die erste Phase dient der Orientierung und Einführung in die verschiedenen Rollen auf der Station, von der Pflegefachkraft über den Innendienst bis hin zur Stationsleitung. In Phase zwei werden die Auszubildenden Schritt für Schritt in ihre Rolle eingeführt, um dann in der dritten Phase selbstständig ganze Bereiche oder die komplette Station zu leiten. Während der vier Wochen erhalten sie täglich Feedback und reflektieren ihre Erfahrungen. „Für die Auszubildenden ist es wie ein Spiegel: Sie sehen, wo sie stehen und was sie noch lernen müssen“, beschreibt Sina Redmer, Praxisanleiterin im St. Anna Hospital, den Ablauf. Leonie Müllner, Stationsleiterin im Marien Hospital Herne, ergänzt: „Viele Auszubildenden entdecken hier Fähigkeiten, von denen sie vorher gar nicht wussten, dass sie sie haben, und gewinnen so Sicherheit für ihren späteren Berufsalltag.“ 

Persönliche Einblicke von Ausbildern

Die Ausbilder begleiten die angehenden Pflegekräfte engmaschig und achten darauf, dass die Verantwortung angemessen verteilt wird. „Man sieht, wie jemand anfangs ist und wie er sich entwickelt. Viele, die vorher zurückhaltend waren, blühen während des Projekts richtig auf und gewinnen an Selbstvertrauen“, berichtet Nicolas Aniol, stellvertretender Stationsleiter und Mitentwickler des Konzepts. Dabei werden die Auszubildenden vollständig ins Team integriert – vom Früh- bis zum Spätdienst.

Vorteile für Auszubildende und Stationen

Die Ausbildungsstation bietet zahlreiche Vorteile: Auszubildende lernen, selbstständig Entscheidungen zu treffen, ihre Aufgaben zu priorisieren und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig profitieren die Stationen von motivierten und gut vorbereiteten zukünftigen Kollegen. „Es ist anspruchsvoll, aber die persönliche und fachliche Entwicklung der Auszubildenden macht jede Mühe wert“, so Leonie Müllner. Die Rückmeldungen zeigen, dass die Teilnehmer sich nach dem Projekt deutlich sicherer und routinierter in pflegerischen Tätigkeiten fühlen.

Ausblick

Das Projekt wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den Auszubildenden optimale Lernbedingungen zu bieten. Dabei steht nicht nur die fachliche Ausbildung im Vordergrund: Auch Teamfähigkeit, Selbstreflexion und eigenverantwortliches Handeln werden gezielt gefördert. „Die Ausbildungsstation ist ein echter Motivationsschub und bereitet die Auszubildenden ideal auf ihre künftigen Einsätze vor“, so Sina Redmer. Für die Stationen selbst bietet das Projekt die Chance, zukünftige Kollegen frühzeitig kennenzulernen und sie gezielt zu fördern. Nicolas Aniol betont: „Wenn es nach mir ginge, würde die Ausbildungsstation dauerhaft laufen.“ So bleibt die Initiative ein wesentlicher Baustein für die qualifizierte und praxisnahe Ausbildung in der St. Elisabeth Gruppe.

Fragen und Antworten zur Lehrstation

Warum ist die Lehrstation so wichtig? Die Lehrstation bietet eine sichere Umgebung, in der Auszubildende wichtige Pflegetechniken üben und Sicherheit gewinnen können, bevor sie diese an echten Patienten durchführen.
Welche Aufgaben werden auf der Lehrstation geübt? Auf der Lehrstation trainieren die Auszubildenden grundlegende pflegerische Tätigkeiten wie Waschen, Lagerung, Thromboseprophylaxe, Wundversorgung und Injektionen.
Wie profitieren die Auszubildenden vom Perspektivwechsel? Der Perspektivwechsel hilft den Auszubildenden, die Empfindungen und Bedürfnisse von Patienten besser zu verstehen und Empathie zu entwickeln.