Schritt für Schritt zur Stationsleitung
Sein Weg in die Pflege begann 2012 mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der St. Elisabeth Gruppe. Schon früh kam er durch seine Familie mit dem Pflegeberuf in Berührung. Während seines FSJ entdeckte er schließlich selbst seine Begeisterung für die Arbeit mit Menschen und begann 2014 seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger.
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Spätdienst, in dem er die Station nach dem Ausfall einer Kollegin nahezu eigenständig organisieren musste. „Die Situation hat mir gezeigt, dass ich auch unter Zeitdruck ruhig bleiben, Prioritäten setzen und Verantwortung übernehmen kann. Dadurch bin ich selbstsicherer geworden und habe gelernt, die Abläufe auf einer Station besser zu koordinieren“, erinnert Nicolas Thormann sich.
Nach seinem Abschluss führte ihn sein Weg auf die orthopädische Station 6B, auf der er bereits seine praktische Prüfung absolviert hatte. Dort entwickelte sich seine Laufbahn schneller als erwartet: Zunächst absolvierte er die Weiterbildung zum Praxisanleiter, anschließend übernahm er die stellvertretende Stationsleitung. Parallel absolvierte er die zweijährige Weiterbildung zur Stationsleitung und übernahm schließlich zum 1. August 2025 die Leitung der Station 6B. „Heute weiß ich, dass ich genau an der richtigen Stelle angekommen bin“, sagt er lächelnd.
Führung bedeutet: Verantwortung mit Vertrauen verbinden
Der Wechsel in die Leitungsfunktion bedeutete für ihn vor allem eines: seine neue Rolle im Team zu finden. Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und auch Gespräche zu führen, die nicht immer einfach sind, gehören seitdem zu seinem Berufsalltag.
Als Stationsleitung legt er großen Wert auf Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz. Seine Mitarbeitenden wissen, dass sie jederzeit mit ihren Anliegen zu ihm kommen können und er immer ein offenes Ohr für sie hat. Gleichzeitig gehört es für ihn zu einer guten Führung, klare Grenzen zu setzen und auch Entscheidungen zu treffen, die nicht allen gefallen. „Entscheidend ist, Entscheidungen offen zu erklären und ehrlich miteinander umzugehen. Fehler können passieren, umso wichtiger ist, dass man dazu steht. Am Ende ziehen wir alle an einem Strang“, erklärt er.
Früher Start, viele Entscheidungen
Während viele Menschen noch schlafen, startet sein Arbeitstag bereits um 5:30 Uhr. Nach der Begrüßung des Nachtdienstes verschafft er sich zunächst einen Überblick über die Station: Welche Patienten werden aufgenommen? Welche Operationen stehen an? Wie lässt sich die Bettenbelegung optimal organisieren?
Doch damit ist der Tag längst nicht vorbei. Im weiteren Verlauf koordiniert er Entlassungen und Neuaufnahmen, überprüft die Dokumentation und organisiert kurzfristige Personalausfälle. Im regelmäßigen Austausch mit den anderen Stationsleitungen werden zudem die aktuelle Belegung und personelle Unterstützung zwischen den Stationen abgestimmt.
Gerade in der Orthopädie sind Organisation und Flexibilität entscheidend. Täglich werden zahlreiche Patienten operiert und neue Patienten aufgenommen. Gleichzeitig können jederzeit Notfälle hinzukommen. „Als Stationsleitung übernimmt man viele verschiedene Rollen. Mal kümmert man sich um organisatorische Themen, mal löst man technische Probleme und mal begleitet man Mitarbeitende durch schwierige Situationen“, sagt der Stationsleiter.
Teamarbeit und Anleitung als Schlüssel zum Erfolg
Deshalb legt er großen Wert darauf, dass neue Mitarbeitende und Auszubildende von Anfang an gut begleitet werden. Als Praxisanleiter ist ihm besonders wichtig, Wissen weiterzugeben und junge Menschen für die Pflege zu begeistern.
„Jeder Einzelne ist wichtig, denn eine Station funktioniert nur, wenn alle einander unterstützen. Dazu gehört für uns auch, Auszubildende von Anfang an ins Team einzubinden und ihnen Wissen und Erfahrung weiterzugeben“, fasst er zusammen.
Gerade in der Orthopädie verbringen viele Patienten mehrere Tage auf der Station. Dabei entstehen häufig Gespräche, die weit über die medizinische Versorgung hinausgehen. Für ihn gehört es dazu, Verständnis zu zeigen und auch auf Wünsche einzugehen. „Gerade die kleinen Gespräche und die persönliche Zuwendung bleiben vielen Patienten in Erinnerung“, ist der 30-Jährige überzeugt.
Auch gegenüber seinen Mitarbeitenden lebt er diesen Grundsatz. Trotz der zahlreichen organisatorischen Aufgaben ist es für ihn selbstverständlich, bei Bedarf selbst mit anzupacken und sein Team zu unterstützen. „Ich möchte von meinem Team nichts verlangen, was ich nicht auch selbst machen würde“, betont er.
Lernen hört nie auf
Neben der täglichen Arbeit schätzt der Bochumer besonders die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung innerhalb der St. Elisabeth Gruppe. Sowohl die Weiterbildung zum Praxisanleiter als auch die zweijährige Qualifizierung zur Stationsleitung wurden durch den Campus der St. Elisabeth Gruppe begleitet.
Vor allem der Austausch mit anderen Führungskräften und die praxisnahen Inhalte haben ihn auf seine heutige Aufgabe vorbereitet. „Man lernt nie aus. Gerade im Gesundheitswesen entwickeln sich Behandlungsmethoden, Arbeitsabläufe und Anforderungen ständig weiter. Deshalb ist es wichtig, offen für Neues zu bleiben und sich regelmäßig fortzubilden“, erklärt er. Auch deshalb sieht er seine berufliche Entwicklung noch lange nicht als abgeschlossen an.
Mit Herz und Verantwortung
Dass Nicolas Thormann der St. Elisabeth Gruppe bereits seit seinem FSJ treu geblieben ist, hat für ihn einen einfachen Grund: das Miteinander. „Hier gibt es ein echtes Wir-Gefühl. Man wird gefördert und weiß, dass man nicht allein ist“, erzählt er.
Dieses Gemeinschaftsgefühl möchte er auch nach außen tragen. Sei es durch die Mitwirkung an Social-Media-Projekten der St. Elisabeth Gruppe oder im Arbeitsalltag, in dem er sein Wissen an Auszubildende weitergibt. Obwohl er sich privat eher selten vor der Kamera zeigt, blickt der 30-Jährige mit einem Lachen auf die Videodrehs zurück: „Ich habe Feedback bekommen, dass ich Schauspieltalent habe!“
Rückblickend würde Nicolas Thormann seinen beruflichen Weg jederzeit wieder einschlagen. Besonders erfüllt ihn heute die Möglichkeit, sein Team zu begleiten, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen Verantwortung zuzutrauen.