Ergotherapie – der Weg zur Selbstständigkeit im Alltag
Obwohl sie ursprünglich das Ziel hatte, Medizin zu studieren, führte sie ihr Weg nach mehreren Praktika im Therapiebereich zur Ergotherapie. Eine Entscheidung, die sich als ebenso erfüllend und sinnvoll herausstellte. Ihre Ausbildung absolvierte sie in der St. Elisabeth Gruppe, wo sie seit Oktober 2024 als festes Teammitglied im Rheumazentrum Ruhrgebiet arbeitet.
Der Arbeitsalltag in der Ergotherapie: Zwischen Feinarbeit und kreativen Lösungen
Der erste Blick des Morgens im Rheumazentrum fällt bei Inga Riemenschneider auf den Patientenplan: Jeder Tag hält neue Situationen, Patienten und Herausforderungen bereit. Sie behandelt sowohl stationäre als auch ambulante Patienten, die unter anderem mit rheumatischen Erkrankungen oder neurologischen Beschwerden zu kämpfen haben.
Was die Ergotherapie von der Physiotherapie unterscheidet? Inga Riemenschneider erklärt es mit einem simplen, aber präzisen Beispiel: „Wir helfen den Patienten, alltägliche Handlungen wie das Knöpfen eines Hemdes oder das Kartoffelschälen wieder selbstständig zu erledigen. Es geht weniger um die rein körperliche Bewegung, sondern um die ganzheitliche Unterstützung im Alltag: die Feinmotorik, die Koordination und die Hirnleistung.“
Zusammenarbeit und interdisziplinäre Kommunikation
Ihr Tagesablauf ist genauso vielseitig wie die Patienten, die sie behandelt. Während ein Patient mit einer rheumatischen Erkrankung Unterstützung bei der Handkraft benötigt, muss ein anderer mit neurologischen Einschränkungen sein Gleichgewicht wiederfinden. Ihre Arbeit reicht von Einzeltherapien über Gruppentherapien bis hin zu kreativen Feinmotorik-Übungen wie Makramee oder Kneten, die nicht nur der Therapie dienen, sondern auch Spaß machen.
Trotz der Vielzahl an Einzeltherapien ist Inga Riemenschneider nie alleine. In ihrer Arbeit trifft sie regelmäßig auf Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen, mit denen sie sich interdisziplinär austauscht. Ärzte, Pflegekräfte, Gymnastiklehrer und Therapeuten – jeder bringt sein Fachwissen ein, um den Patienten ganzheitlich zu unterstützen.
Auch die Dokumentation gehört zu ihrem Arbeitsalltag. Dabei geht es nicht nur darum, Fortschritte zu dokumentieren, sondern auch, den Patienten aktiv in die Gestaltung ihrer Therapie einzubeziehen.
Herausforderungen und Erfolgserlebnisse in der Ergotherapie
Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, besonders in der Arbeit mit chronisch erkrankten Patienten, bei denen Fortschritte oft nur langsam sichtbar werden. „Bei Rheuma-Patienten geht es nicht um schnelle Erfolge, sondern darum, ihre Lebensqualität stetig zu verbessern. Auch wenn der Fortschritt manchmal klein und kaum spürbar ist, ist er dennoch wertvoll“, erklärt Inga Riemenschneider.
Die wahre Belohnung für sie liegt jedoch in den Momenten, in denen Patienten ihre Fortschritte selbst wahrnehmen und Dankbarkeit zeigen. So denkt sie gerne an eine Patientin mit Multipler Sklerose zurück, die es trotz ihrer Einschränkungen schaffte, ihre Selbstständigkeit zurückzugewinnen und alleine zu wohnen. „Die Dankbarkeit, wenn Patienten ihre Unabhängigkeit wiedererlangen, ist das, was mich jeden Tag motiviert.“
Ein weiteres Beispiel dafür ist eine Patientin, die mithilfe der Ergotherapie nach einer Daumensattelgelenk-Operation ihre Hand wieder voll funktionsfähig einsetzen konnte. Durch gezielte Therapie konnte die Muskulatur so weit aufgebaut werden, dass die Patientin wieder in der Lage war, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Solche Momente bestätigen Inga Riemenschneider, dass sie in ihrem Beruf genau am richtigen Platz ist.
Perspektiven in der Ergotherapie: Weiterbildung und berufliche Entwicklung
Neben der Arbeit im Rheumazentrum denkt Inga Riemenschneider auch über ihre berufliche Zukunft nach. Sie macht aktuell eine Fortbildung zur Handtherapeutin und ist überzeugt, dass in der Ergotherapie noch viele Möglichkeiten für persönliches Wachstum und Weiterentwicklung liegen.
Sie hat mittlerweile ihren alten Traum vom Medizinstudium abgelegt, da sie merkt, dass die Arbeit in der Ergotherapie ihr genau das gibt, was sie gesucht hat: eine enge Verbindung zu den Patienten und die Möglichkeit, wirklich etwas im Leben der Menschen zu verändern.
Ergotherapie in der St. Elisabeth Gruppe: Ein Arbeitsumfeld, das begeistert
Was macht den Job als Ergotherapeutin in der St. Elisabeth Gruppe besonders? Inga Riemenschneider weiß es genau: „Es ist die Vielseitigkeit des Berufs und die Möglichkeit, jeden Tag etwas Neues zu lernen. In der Ergotherapie ist für jeden etwas dabei. Egal, ob man mit älteren Menschen oder Kindern arbeiten möchte oder sich auf bestimmte Erkrankungen spezialisieren möchte. Es gibt so viele verschiedene Bereiche – jeder findet seinen Platz.“
Diese Vielseitigkeit und das Arbeitsumfeld, das Raum für Kreativität lässt, sind es, die für Inga Riemenschneider die Ergotherapie zu einer so erfüllenden Berufswahl machen. Dabei sind Empathie, Geduld und Kommunikationsstärke unerlässlich – Eigenschaften, die man mitbringen sollte, wenn man in diesem Beruf glücklich werden möchte.