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Bessere Ernährung im Alter: Ärztin des Marien Hospital Herne erhält 25.000 Euro Forschungsförderung
Dr. Lyn Brüggestrat, Assistenzärztin der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, ist mit dem Nutrition Research Grant 2026 der European Geriatric Medicine Society (EuGMS) ausgezeichnet worden. Die mit 25.000 Euro dotierte Forschungsförderung zählt zu zwei europaweit vergebenen Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftler im Bereich der geriatrischen Ernährung. Gefördert wird ein Forschungsprojekt, das die Ernährungssituation älterer Patienten verbessern soll.
Eine ausreichende Versorgung mit Energie und Eiweiß ist besonders für ältere Menschen von großer Bedeutung. Bei Mangelernährung oder altersbedingtem Muskelabbau kann spezielle, kalorien- und eiweißreiche Trinknahrung helfen, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Im Klinikalltag zeigt sich jedoch häufig, dass Patienten die verordnete Menge nicht vollständig zu sich nehmen.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt SPLIT-ONS an. Die Wissenschaftler untersuchen, ob ältere Patienten mehr von der empfohlenen Trinknahrung tatsächlich einnehmen, wenn die tägliche Menge auf mehrere kleinere Portionen verteilt wird. Die insgesamt verordnete Kalorien- und Eiweißmenge bleibt dabei unverändert.
„Unser Ziel ist es, herauszufinden, wie wir die Ernährung älterer Patienten mit einer einfachen Veränderung im Versorgungsalltag verbessern können. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Trinknahrung verordnet wird, sondern auch, wie viel davon tatsächlich bei den Patienten ankommt“, erklärt Dr. Lyn Brüggestrat.
Studie in der geriatrischen Tagesklinik geplant
Die Untersuchung soll 2027 in der geriatrischen Tagesklinik des Marien Hospital Herne beginnen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip unterschiedlichen Gruppen zugeteilt. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss die Portionsgröße auf die tatsächlich eingenommene Menge an Trinknahrung hat. Zusätzlich erfassen die Forschenden mögliche Gründe dafür, warum Patienten die Trinknahrung nicht vollständig zu sich nehmen.
Auch die Zeit nach dem Klinikaufenthalt wird berücksichtigt: Etwa drei bis vier Wochen später erfolgt eine telefonische Nachbefragung. Dabei wird ermittelt, ob und in welchem Umfang die Patienten ihre Trinknahrung zu Hause weiterhin einnehmen.
Das Studienkonzept wurde von Dr. Lyn Brüggestrat gemeinsam mit Dr. Gero Lueg, Leitender Oberarzt Neurogeriatrie, und der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation entwickelt. Die Forschungsarbeiten werden innerhalb der Klinik unter wissenschaftlicher Begleitung der Arbeitsgruppe durchgeführt.
Mit der Förderung würdigt die EuGMS das Potenzial des Projekts, neue Erkenntnisse für die Ernährungsversorgung älterer Menschen zu gewinnen. Langfristig könnten die Ergebnisse dazu beitragen, die Einnahme von Trinknahrung im klinischen Alltag patientengerechter zu gestalten und die Behandlung von Mangelernährung zu verbessern.