Arbeiten mit einer Leidenschaft für Lebensmittel: Einblick in den Beruf des Konditors im Kochhaus

Der Konditor im Kochhaus, Nils Opsölder, steht an einem Tisch mit feinen Gebäcken.

Hier treffen Kreativität und handwerkliches Geschick auf Effizienz, Teamwork und – ganz besonders – auf eine Leidenschaft für Lebensmittel: Die Arbeit als Konditor ist nicht nur besonders vielfältig, sondern auch spannend und herausfordernd. Nils Opsölder ist seit 2021 als Konditormeister Teil der St. Elisabeth Gruppe und sorgt mit seinem Team dafür, dass Patienten, Besucher und Mitarbeitende sämtlicher Einrichtungen der Krankenhausgruppe mit frischen Backwaren und Desserts versorgt werden. Doch welche Aufgaben übernimmt ein Konditor in der Großküche einer Krankenhausgruppe und was sind die Besonderheiten des Berufs?

In der Großküche Kochhaus, einem Gemeinschaftsunternehmen der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr und des Katholischen Klinikum Bochum, arbeitet das Team der Konditoren unter der Leitung von Nils Opsölder. Er ist Produktionsleiter im Bereich Patisserie und kümmert sich mit seinem Team jede Woche darum, dass süße Backwaren an die Krankenhäuser und verschiedenen Einrichtungen der St. Elisabeth Gruppe gehen – in der jeweils benötigten Menge. „Wir stellen verschiedene Produkte her: einmal für Patienten in den Krankenhäusern und Bewohner der Senioreneinrichtungen und einmal für die Cafeterien, in denen Besucher und Mitarbeitende die Backwaren kaufen können“, erklärt Nils Opsölder die Aufteilung. 

„Für den Tagesbedarf stellen wir in der Regel zwei Sorten Blechkuchen für Patienten her, zwei weitere Sorten für die Verpflegung in den Cafeterien und zusätzlich Dauergebäcke und verschiedene Tagesgebäcke für alle Einrichtungen“, ergänzt er. In der Summe sind das pro Tag ca. 1.500 bis 2.000 Teile für Patienten und über 300 weitere Gebäckteile für die Cafeterien. Hinzu kommt die Produktion für Caterings, zum Beispiel für Veranstaltungen oder sonstigen Festivitäten wie Jubiläen. „Bei der Umsetzung arbeiten wir Hand in Hand – Teamfähigkeit ist für uns Konditoren besonders wichtig“, erklärt Nils Opsölder.

Das Konditoren-Team stellt gemeinsam verschiedene Gebäcke her.

Das Konditoren-Team des Kochhaus arbeitet zusammen, um die verschiedenen Produkte herzustellen – so täglich können Patienten und Bewohner sowie die Cafeterien mit frischen Waren beliefert werden.

Herstellung von frischen Backwaren für Patienten, Besucher und Mitarbeitende der Krankenhausgruppe

Der Tag in der Großküche Kochhaus startet für den Konditor in der Regel mit der Kontrolle der Bestellungen für den Tag, bevor es in die Produktion geht. So werden Blechkuchen in verschiedenen Sorten frisch hergestellt und anschließend in der Kühlung gelagert – für die Auslieferung müssen sie nur noch geschnitten (und damit portioniert) werden. „Parallel dazu beginnen wir mit der Produktion der Gebäckstücke für die Cafeterien sowie des sogenannten Dauergebäcks und des Tagesgebäcks“, fasst Nils Opsölder zusammen. Zum Tagesgebäck gehören Backwaren, die im Laufe des Tages verzehrt werden müssen, weil sie beispielsweise frisches Obst oder Sahne enthalten. Zum Dauergebäck zählen hingegen Waren, bei denen der Verzehr nicht direkt vorgesehen ist, da sie durch ihre Inhaltsstoffe nicht so schnell verderblich sind.

Eine Konditorin füllt Muffinteig in Förmchen.

Die Konditoren um Nils Opsölder stellen beispielsweise Muffins als Dauergebäck her.

Das Team der Konditorei arbeitet aber auch vor: Für Termine in der laufenden Woche können Backwaren vorproduziert und im Schockfroster sicher gelagert werden. „Wenn dies erledigt ist, schauen wir, was wir für den nächsten Tag vorbereiten können – beispielsweise Kuchenböden oder Füllungen – und kontrollieren, ob alles stimmt und ob es Änderungen bei den Bestellungen gab. In solchen Fällen müssen wir nachproduzieren.“

Besondere Werke wie dieser verzierte Kuchen werden vom Konditor für besondere Anlässe hergestellt.

Für besondere Caterings, beispielsweise für Veranstaltungen, und zu speziellen Anlässen fertigt Nils Opsölder auch Sonderarbeiten an: diese reichen von filigranen Torten bis hin zu Schaustücken, die ihren Platz auf einem Buffet finden. Für diese besonderen Stücke ist vor allem Kreativität und ein gutes Vorstellungsvermögen vom Konditor gefragt, da hier spezielle Materialien verwendet werden.

Petit four stellt der Konditor ebenfalls für spezielle Anlässe her.

Auch bei kleinen Feingebäcken (Petit Four) ist für die Herstellung besonderes kreatives Arbeiten gefragt.

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Auch die Eisherstellung, die Verarbeitung von Schokolade und anderen hochwertigen Materialen zu Pralinen und Konfekt und die Snack-Küche gehören zum Beruf des Konditors dazu – auch wenn diese Produkte bei der Arbeit im Kochhaus nicht immer im Mittelpunkt stehen. „Das Berufsbild des Konditors bietet viele verschiedene, spannende Möglichkeiten, um Produkte herzustellen“, so Nils Opsölder.

Als Konditor Besonderheiten bei der Produktion berücksichtigen

Wichtig bei der Herstellung der Backwaren: Nils Opsölder muss nicht nur eine kostengünstige Produktion im Blick haben, damit die Krankenkassen die Verpflegungskosten der Patienten und Bewohner auch übernehmen. „Wir müssen auch Besonderheiten beachten, die bei der Verpflegung von einer Vielzahl von Menschen aufkommen. Dazu gehören zum Beispiel Unverträglichkeiten und Allergien gegen die Inhaltsstoffe, aber auch die Konsistenz der Backwaren. Wer erkrankt und in der Bewegung eingeschränkt ist, kann zum Beispiel keinen harten Mürbeteig-Boden eines Kuchens mit der Gabel zerteilen und gut kauen. Da bietet sich eine weichere Konsistenz an“, macht der Konditor die Schwierigkeiten deutlich. 

Vor der Auslieferung der Blechkuchen werden diese vom Konditor geschnitten.

Außerdem kommt hinzu: „Die Ware in den Cafeterien, wie der Blechkuchen, muss außerdem so konzipiert werden, dass sie in der Auslage und der Kühlung nicht an Textur verliert. In den Patientenzimmern haben wir wiederum gar keine Kühlung – das muss bei den Inhaltsstoffen berücksichtigt werden, denn nicht alles hält sich ohne Kälte.“ Auch Einschränkungen durch eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion gibt es sowie die Vorgaben, dass ein Bewohner oder Patient mit Diabetes geeignete Produkte zu sich nehmen muss, muss Nils Opsölder berücksichtigen.

Für den Konditor heißt das, dass Produkte allgemein verträglich gestaltet werden müssen. Einiges von dem Wissen, was dabei funktioniert und was nicht, kommt erst im Laufe der Zeit durch Erfahrungen mit Patienten und Bewohnern und dem entsprechenden Feedback dazu. Nils Opsölder versucht dennoch, bereits bei der Konzeption von Produkten möglichst alle Begebenheiten zu berücksichtigen. Dass er trotz verschiedener Vorgaben immer das hochwertigste Produkt, das möglich ist, anbietet, ist dem Castrop-Rauxeler ein wichtiges Anliegen: „Wenn man krank daniederliegt, dann ist man glücklich über jedes Highlight auf dem Weg der Genesung. Dazu möchte ich als Konditor mit den Backwaren einen Teil beitragen.“

Mit viel Leidenschaft und Kreativität das Hobby zum Beruf gemacht

Filigrane Arbeiten mit Marzipan werden zur Verzierung von Torten genutzt.

Mit seiner Arbeit als Konditor hat Nils Opsölder sein Hobby zum Beruf gemacht: „Ich habe schon immer gerne mit Lebensmitteln gearbeitet und gerne gebacken – und mochte auch schon immer das kleinteilige und filigrane Arbeiten. Da bin ich in meiner Kindheit durch meine Großmutter vorbelastet worden“, erinnert sich der 44-Jährige zurück. 

Nahaufnahme einer Marzipan-Rose, die der Konditor angefertigt hat.

Bei filigranen Arbeiten nutzt Nils Opsölder beispielsweise Materialien wie Marzipan.

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Schon früh gefiel ihm die Kombination von handwerklichem Geschick, kreativem Denken und der Koordination von verschiedenen Abläufen beim Backen. Nach seiner Ausbildung zum Konditor in einem Café in Castrop-Rauxel blieb er dort für viele Jahre und ersetzte schließlich den Konditormeister. Darüber hinaus war Nils Opsölder bereits Teil einer Backsendung im Fernsehen.

Als Konditor in der Küche der St. Elisabeth Gruppe tätig

Zur St. Elisabeth Gruppe kam Nils Opsölder nach einem weiteren Zwischenstopp in einer Patisserie in Bonn: 2021 erhielt er über eine Bekannte einen Flyer der Krankenhausgruppe mit Standorten in Herne und Witten. Der Konditor entschied sich, eine Initiativbewerbung einzureichen – mit Erfolg: Als erster Konditor überhaupt startete Nils Opsölder in der Küche des St. Anna Hospital Herne, von der aus damals alle Einrichtungen der St. Elisabeth Gruppe mit Backwaren versorgt wurden. 2023 folgte gemeinsam mit den weiteren Küchen der Umzug in das Kochhaus als zentralem Produktionsstandort in Bochum. Hier fungiert Nils Opsölder unter anderem als Ausbilder von zwei Auszubildenden, die ihre Ausbildung zum Konditor im Kochhaus begonnen haben. 

Das Konditoren-Team spricht sich eng ab, um die Arbeitsabläufe in der Großküche Kochhaus zu koordinieren.

Nils Opsölder und sein Team stimmen sich eng ab, um den Arbeitstag zu planen.

Auszubildenen mit auf den Weg geben möchte der Konditor, dass neben Teamfähigkeit und Kreativität auch Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt sind, denn: „Nicht immer lassen sich gute kreative Ansätze direkt umsetzen. Das ist ganz normal und gehört dazu.“

Für die Zukunft freut Nils Opsölder sich darauf, weiterhin zu experimentieren und die persönliche kreative Freiheit für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen – immer vor dem Hintergrund, das Beste zum Verzehr anzubieten. So tüftelt er unter anderem an seinem persönlichen Lieblingsprodukt: „Das ist aber noch streng geheim, dazu möchte ich (noch) nicht zu viel verraten“, gibt der Konditor zu.