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Marien Hospital Herne: Neuer Roboter mit einem Zugang für besonders schonende urologische, roboter-assistierte Operationen

Ein einziger Zugang für präzise und minimal-invasive Operationen: Der Single-Port-Roboter bündelt die Kamera und notwendige Instrumente in einem einzigen Zugang.

Noch schonender und präziser: Die Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum führt mit dem Single-Port-System eine neue Ära der roboter-assistierten Urologie ein. Statt mehrerer Schnitte ermöglicht die hochmoderne Technologie Operationen über nur einen einzigen, minimal-invasiven Zugang (single-port). Mit dieser Investition profitieren nun Patienten, die bisher nicht minimal-invasiv mit dem Roboter operiert werden konnten. 

Die Anschaffung des Single-Port-Systems spiegelt die besondere Kompetenz der Klinik für Urologie bei minimal-invasiven robotischen Operationen wider: Nur Standorte mit umfassender robotischer Vorerfahrung werden vom Hersteller als Partner beliefert. Die Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne gehört zu den wenigen Kliniken in Deutschland, die diese technologische Innovation einsetzen dürfen. Sie zählt außerdem zu den größten urologischen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

Neue Möglichkeiten für Patienten

„Wir führen bereits seit 2009 roboter-assistierte Operationen durch und haben umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Der Großteil unserer Operationen wird mit den multi-port Robotern mit vier Zugängen durchgeführt. Der Einsatz des Single-Port-Roboters eröffnet uns nun weitere Möglichkeiten“, so Prof. Dr. Florian Roghmann, Direktor der Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne. „Wir können jetzt auch Patienten mit dem Roboter operieren, die wir bisher nur offen operieren konnten, weil sie z.B. ausgeprägte innere Verwachsungen aus Voroperationen haben.

Ein Vorteil des Single-Port-Roboters liegt im Zugangsweg, da das System auch den Weg unterhalb des Bauchfells ermöglicht. Bei bestehenden inneren Verwachsungen werden Komplikationsrisiken wie etwa Verletzungen am Darm während der Operation deutlich reduziert. Für Patienten bedeutet ein Eingriff mit dem Single-Port-Roboter generell weniger Komplikationsrisiken, kaum Narben, geringere Schmerzen und eine spürbar schnellere Genesung nach der Operation.

Präzision durch einen einzigen Zugang

Das Single-Port-System ergänzt die bewährte robotisch assistierte Chirurgie der Klinik für Urologie ideal. Während das Multi-Port-Verfahren, eine minimal-invasive Operationstechnik, bei dem der Operateur über mehrere kleine Schnitte arbeitet, weiterhin die Basis für viele Eingriffe bildet, eröffnet die Single-Port-Technologie neue Möglichkeiten. Dabei wird für jeden Patienten individuell im Vorfeld entschieden, welche Methode die passendste ist.

Technisch bündelt der Single-Port-Roboter die Kamera und alle notwendigen Instrumente in einem einzigen Zugang. Der Schnitt ist nur wenige Zentimeter groß und dient gleichzeitig dazu, entferntes Gewebe, wie einen Tumor, sicher aus dem Körper zu bergen. Der Roboter funktioniert hier als Assistenzsystem, welches ein geschulter, urologischer Chirurg steuert.

„Da die Instrumente und die Kamera des Single-Port-Roboters extrem beweglich sind, kann nun während der OP sprichwörtlich „um die Ecke“ geschaut und Bereiche im Körper sicher erreicht werden, die mit den bislang genutzten Methoden nur schwer zugänglich waren“, so Prof. Roghmann weiter.

Erweiterung des operativen Spektrums

Die Technologie kommt aktuell bei Operationen an der Prostata sowie bei der Entfernung von Nierentumoren zum Einsatz. Zukünftig wird das Spektrum auf rekonstruktive Eingriffe ausgeweitet. Dazu gehören unter anderem die komplette Blasenentfernung sowie rekonstruktive Operationen am Harnleiter wie der Harnleiterersatz.