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Gemeinsam für den Ernstfall: Interdisziplinäres Team des Marien Hospital Witten übt Notfälle rund um die Geburt
Wenn im Kreißsaal eine Notfallsituation eintritt, zählt jede Minute. Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und alle Berufsgruppen optimal zusammenarbeiten, veranstaltete die Geburtshilfe des Marien Hospital Witten eine ganztägige Fortbildung Ende April zu geburtshilflichen Notfällen. Hebammen, Ärzte und Pflegekräfte der Geburtshilfe und der Anästhesie trainierten im Rahmen des Workshops gemeinsam unterschiedliche Notfallszenarien rund um die Geburt.
Ziel der Fortbildung war es, medizinische Abläufe zu festigen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter zu stärken und das Team auf reale Notfallsituationen im Kreißsaal vorzubereiten. „Gleichzeitig dient das Training der kontinuierlichen Weiterbildung aller Mitarbeitenden im Bereich der Geburtshilfe, um auch zukünftig die Versorgung von Mutter und Kind auf höchstem Niveau sicherzustellen“, erklärt Dr. Spyridon Papageorgiou, Leitender Oberarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten.
Verknüpfung von Theorie und realitätsnahen Simulationen
Der Fortbildungstag umfasste neben Vorträgen zu Notfallszenarien auch einen praktischen Teil: So wurden aktuelle medizinische Standards, Handlungsempfehlungen und Abläufe bei geburtshilflichen Notfällen vermittelt und aufgefrischt. Im Anschluss stand das praktische Lernen im Mittelpunkt: In vier Gruppen durchliefen die Teilnehmenden vier realitätsnah vorbereitete Notfallszenarien. Damit die Situationen so realitätsnah wie möglich sind, wurden die Stationen vollständig durch Experten des Marien Hospital Witten vorbereitet – inklusive notwendigen Requisiten. Außerdem schlüpften einige Experten in die Rollen von Schwangeren und Begleitpersonen und spielten die Notfälle nach.
Vier Notfallszenarien aus dem Kreißsaal
Zu den vier Notfallszenarien gehörten eine verstärkte Blutung nach der Geburt der Mutter, ein Krampfanfall infolge einer Schwangerschaftsvergiftung, eine hochsteigende Spinalanästhesie während eines Kaiserschnitts mit Atemstillstand sowie die Reanimation eines Neugeborenen – alles Situationen, die rund um die Geburt tatsächlich auftreten können. Mit Start des Szenarios übernahmen die Teilnehmenden der Fortbildung jeweils in ihre tatsächlichen Rollen im Kreißsaal und arbeiteten die Situationen gemeinsam unter möglichst realistischen Bedingungen ab. Begleitet wurden die Übungen von Evaluationsgruppen, die die Abläufe beobachteten. Im Anschluss wurden die einzelnen Szenarien mit erfahrenen Experten gemeinsam ausgewertet und besprochen.
Zusammenarbeit im Team stärken
„Gerade in der Geburtshilfe können sich Situationen innerhalb weniger Sekunden verändern. Umso wichtiger ist es, dass alle beteiligten Berufsgruppen routiniert zusammenarbeiten und Abläufe regelmäßig trainieren“, so Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe und Chefarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten. „Durch die realitätsnahen Simulationen können wir Notfälle unter sicheren Bedingungen trainieren und gleichzeitig die Kommunikation sowie das Zusammenspiel im Team weiter verbessern.“