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KI gegen Blutkrebs – Experten des Marien Hospital Herne führend an internationaler Studie beteiligt

Leitete die internationale Studie, die einen Meilenstein zur weltweit besseren Blutkrebsdiagnostik setzt: Priv.-Doz. Dr. Amin Turki, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne.

Eine internationale Studie mit Beteiligung des Marien Hospital Herne zeigt: Künstliche Intelligenz (KI) kann helfen, akute Leukämien schneller zu erkennen – und das allein anhand einfacher Blutwerte. Eine Entwicklung, die besonders für Regionen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung große Chancen bietet, da die KI eine einfache und kostengünstige Unterstützung für eine schnelle Diagnose bietet. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Eine schnelle und zuverlässige Diagnose ist entscheidend für die Behandlung von Blutkrebs (Leukämie). Doch genau hier bestehen weltweit große Unterschiede. Während in spezialisierten Zentren moderne Untersuchungen verfügbar sind, die eine schnelle Diagnose vereinfachen, stehen in anderen Teilen der Welt nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Hier setzt eine KI an, die eine schnelle, kostengünstige Diagnose ermöglichen soll. Ein internationales Expertenteam testete eine technisch relativ einfache KI, die verschiedene Formen von akuter Leukämie anhand einfacher Laborparameter zuverlässig unterscheiden kann und entwickelte diese weiter. Dafür testeten die Experten die KI mit anonymisierten Daten von mehr als 6.200 Patienten aus 20 Kliniken weltweit. Teil des Expertenteams waren auch Spezialisten der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum sowie des Labors der St. Elisabeth Gruppe. 

Diagnose mit Daten, die überall vorhanden sind
Der besondere Vorteil: Die KI greift für die Diagnose ausschließlich auf Laborwerte zurück, die in nahezu jedem Krankenhaus erhoben werden. Aufwendige Spezialuntersuchungen sind zunächst nicht notwendig. „Die Ergebnisse sind vielversprechend, wir werden unseren Patienten aber auch weiterhin das volle Spektrum der Diagnostik anbieten“, erklärt Prof. Dr. Dirk Strumberg, Direktor der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne. Auch für die Diagnose von Blutkrebs bei Kindern wurde die Technologie weiterentwickelt.

Unterstützung für Ärzte weltweit einsetzbar
Trotz aller Fortschritte ersetzt die KI keine ärztliche Diagnose. Sie soll vielmehr dabei helfen, schneller die richtige Richtung einzuschlagen – etwa bei der Entscheidung, ob eine sofortige spezialisierte Behandlung notwendig ist. „Ziel ist es, Diagnostik einfacher und schneller zugänglich zu machen – unabhängig davon, wo Patienten behandelt werden“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Amin Turki, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie des Marien Hospital Herne und Leiter der Studie. „Wir hoffen, dass zukünftige Studien diesen Gedanken weiterführen, um die Gesundheitsversorgung für alle zu verbessern,“ so Priv.-Doz. Dr. Turki.