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Deutschlandweit erster Einsatz eines neuen Blasenschrittmachers im Marien Hospital Herne

Die Experten der Abteilung für Neuro-Urologie der Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne freuen sich darüber, ihren Patienten eine noch individueller an den Lebensstil angepasste Behandlung anbieten zu können.

Harninkontinenz ist für viele Menschen ein sensibles Thema – und dennoch weit verbreitet. Häufiger Harndrang, ungewollter Urinverlust oder Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung können den Alltag stark einschränken und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wenn konservative Behandlungen wie Medikamente oder Beckenbodentraining nicht ausreichen, kann eine sogenannte sakrale Neuromodulation helfen. 

Bei diesem Behandlungsverfahren handelt es sich um einen „Blasenschrittmacher“, der gezielt Nerven im Becken stimuliert und so die Steuerung von Blase und Darm unterstützt. Das Verfahren ist seit Jahren etabliert und hat sich für viele Patienten als wirksam erwiesen.

Im Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum wurde nun erstmals in Deutschland ein weiteres System dieser Art eingesetzt. Technisch handelt es sich dabei nicht um ein völlig neues Verfahren, sondern um eine Erweiterung bestehender Therapiemöglichkeiten. Der entscheidende Vorteil liegt nunmehr in der größeren Auswahl: Patienten können nun – gemeinsam mit den behandelnden Ärzten – noch individueller entscheiden, welches System am besten zu ihrem Lebensstil passt. So gibt es Modelle, die regelmäßig aufgeladen werden müssen, dafür aber besonders klein und unauffällig sind. Andere Systeme kommen ohne Aufladen aus, sind etwas größer, erfordern dafür aber im Alltag weniger Wartungsaufwand.

„Für viele Betroffene ist nicht nur entscheidend, dass die Harninkontinenz erfolgreich behandelt wird, sondern auch, wie gut sich die Therapie in den eigenen Alltag integrieren lässt“, erklärt Prof. Dr. Arndt van Ophoven, Leitender Arzt der Abteilung für Neuro-Urologie der Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne. „Die zusätzliche Auswahl eröffnet hier neue Möglichkeiten.“