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06.10.2020

Umfassende Versorgung beim diabetischen Fußsyndrom – Klinik für Gefäßchirurgie als Behandlungseinrichtung zertifiziert

Eine Wunde am Fuß, die nur zögerlich oder im schlimmsten Fall gar nicht verheilt. Unter diesen Beschwerden leidet in Deutschland etwa jeder vierte Diabetiker. Wird das diabetische Fußsyndrom nicht oder nur unzureichend versorgt, droht im schlimmsten Fall eine Amputation einzelner Zehen, des Fußes oder des gesamten Unterschenkels. In sogenannten stationären Fußbehandlungseinrichtungen wie der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten erhalten Diabetiker eine qualifizierte Versorgung durch die eine Amputation oft vermieden werden kann. Die Klinik wurde nun durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zertifiziert.

„Das Ziel der Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom ist die Vermeidung von Amputationen und somit der langfristige Erhalt des Fußes“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Stephan Langer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. „Hier ist eine frühzeitige, aufwändige und fachübergreifende Betreuung der Patienten notwendig“, so der Gefäßchirurg. Dabei gilt es, auch kleinste Wunde frühzeitig zu entdecken und zu versorgen, bevor sie sich verschlimmern können. Denn Diabetiker, die auch oft unter anderen Folgeerkrankungen des Diabetes leiden, sind besonders gefährdet, eine Amputation zu erleiden. Wie wichtig die frühzeitige Versorgung beim diabetischen Fuß ist, zeigte sich für Dr. Langer in der ersten Jahreshälfte: „Im Austausch mit Kollegen bekam ich den Eindruck, dass im Frühjahr und Sommer anscheinend vermehrt Gliedmaßen amputiert werden mussten, da eine fachmännische Versorgung der Wunden von den Patienten aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus nicht wahrgenommen wurde.“

Um die betroffenen Füße zu retten, stehen den Experten neben der Einstellung des Blutzuckers auch die Säuberung und Versorgung bereits existierender Wunden sowie die Kontrolle von Nervenbahnen und Blutgefäßen zur Verfügung. Treten Verengungen der Blutgefäße auf, die drohen, die Durchblutung des Fußes einzuschränken, werden diese entweder minimal-invasiv – also mit wenigen kleinen Schnitten – durch einen Stent aufgedehnt oder im Rahmen einer Bypass-Operation umgangen.

Abteilungsübergreifende Behandlungsqualität im Fokus
In den von der DDG zertifizierten stationären Behandlungseinrichtungen erfolgt eine übergreifende und umfassende Versorgung der Patienten. In der Klinik für Gefäßchirurgie bestehen Kooperationen mit Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen, unter anderem Diabetologen, Podologen, Plastische Chirurgen und Orthopädietechnikern. Zudem untersuchte die Fachgesellschaft sowohl die räumliche und apparative Ausstattung der Klinik als auch die Behandlungsqualität bei 30 ausgewählten Patienten genau. „So wird gewährleistet, dass die Patienten eine Versorgung nach modernsten medizinischen Standards erhalten“, erklärt Dr. Langer. 

Zusammenarbeit mit niedergelassenen Medizinern stärken
Durch die Zertifizierung der Klinik für Gefäßchirurgie erhält Witten nun eine eigene stationäre Fußbehandlungseinrichtung. Die Klinik ist die einzige Einrichtung dieser Art im Ennepe-Ruhr-Kreis. Bereits vor der Zertifizierung wurden im Marien Hospital Witten viele Diabetespatienten gemeinsam von der Klinik für Gefäßchirurgie und der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie betreut. „Bisher mussten Patienten mit diabetischem Fußsyndrom jedoch nach Dortmund oder Bochum geschickt werden, um eine komplexe Wundbehandlung zu erhalten“, sagt Dr. Claudia Olbrich, Oberärztin der Klinik für Gefäßchirurgie und verantwortlich für den Zertifizierungsprozess. Nun können Betroffene nah am Wohnort umfassend versorgt werden. „Durch die Zertifizierung können wir die Patienten noch besser behandeln als zuvor und die Kooperation mit den niedergelassenen Medizinern intensivieren“, so die Oberärztin.

Das diabetische Fußsyndrom
Das diabetische Fußsyndrom ist eine Folgeerkrankung des Diabetes mellitus – der sogenannten Zuckerkrankheit. Je länger der Diabetes besteht und je schlechter der Blutzucker des Patienten eingestellt ist, desto wahrscheinlicher tritt das diabetische Fußsyndrom auf. Dabei kann es zu einer verminderten Durchblutung des Fußes kommen, die zu einem langsamen Absterben des Gewebes führt. In anderen Fällen nimmt die Schmerzwahrnehmung der Patienten durch Nervenschädigungen ab, wodurch der Fuß geschädigt wird. Wunden verheilen dann nur noch langsam oder gar nicht mehr, da die Patienten die Schmerzen kaum noch wahrnehmen und daher vergessen, den Fuß zu schonen.

 

BU: Als „Stationäre Fußbehandlungseinrichtung“ für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms zertifiziert: Priv.-Doz. Dr. Stephan Langer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten und Oberärztin Dr. Claudia Olbrich bei der Untersuchung eines Patienten

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