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10.01.2022

Covid-19 – Schützen mRNA-Impfstoffe Patienten mit Nierenfehlfunktion?

mRNA-Impfstoffe können nierentransplantierte Patienten und Dialysepatienten vor schweren Verläufen schützen.

Auch Patienten, die eine Nierenfehlfunktion haben und daher regelmäßig an die Dialyse müssen oder gar eine Nierentransplantation hinter sich haben, profitieren von einer Impfung gegen Covid-19. Das fanden Forscher des Centrums für Translationale Medizin der Medizinischen Klinik I des Marien Hospitals Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum heraus. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet Regional Health – Europe“ veröffentlicht.

Die zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 können in der gesunden Bevölkerung Schutzraten von bis zu 95 Prozent erzielen. Doch wie sieht das bei Dialyse- und Transplantationspatienten aus, die durch ein geschwächtes Immunsystem besonders anfällig für eine Covid-19-Erkrankung sind und nach einer Infektion oft schwere Komplikationen haben? „Wir wollten verstehen, wie gut Patienten mit Nierenfehlfunktionen oder einer transplantierten Niere nach einer mRNA-Impfung geschützt sind“, beschreibt Prof. Dr. Nina Babel, Leiterin des Centrums für Translationale Medizin mit Schwerpunkt Immunologie, das Studienziel. In Kooperation mit Kollegen aus Kliniken in Sachsen untersuchten die Forschenden, wie Antikörper und Immunzellen bei Patienten auf einen mRNA-Impfstoff ansprechen. Daten von 1.256 Dialysepatienten und 368 Transplantationspatienten gingen in die Studie ein.

Schutz vor schweren Krankheitsverläufen

Für die Studie entwickelte das Team des Centrums für Translationale Medizin eine Technik, die die Funktionalität verschiedener Immunzellen aufzeigt. Auf diese Weise erhielten sie ein Bild von der Ausprägung unterschiedlicher Teile des Immunsystems. Die Mediziner fanden heraus, dass mRNA-Impfstoffe bei Dialysepatienten zu ähnlichen Schutzraten wie in der gesunden Bevölkerung führen. Bei nierentransplantierten Patienten war die Schutzrate jedoch um die Hälfte geringer. Allerdings zeigte sich, dass bei vielen Patienten trotz geringerer Ausbildung von Antikörpern die zelluläre Immunantwort gut ausgebildet ist. Die zelluläre Immunantwort wird durch Killerzellen ausgelöst, die das Virus erkennen und abtöten. „Das sollte die Betroffenen vor schweren Krankheitsverläufen schützen“, so Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I – Allgemeine Innere, Nephrologie und Hypertensiologie, Gastroenterologie, Pneumologie. „Unsere Studie zeigt jedoch auch, dass Patienten mit Nierenfehlfunktionen oder einer transplantierten Niere nach der Impfung routinemäßig überwacht werden sollten, um den Schutz auf individueller Basis zu bewerten und eventuell weitere Maßnahme davon ableiten zu können,“ ergänzt Prof. Babel.

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