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19.05.2022

Beeinflusst das Wetter den Blutdruck? – Ärzte des Marien Hospital Herne haben Zusammenhang erforscht

BU: Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I – Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum hat gemeinsam mit weiteren Forschern den Einfluss des Wetters auf den Blutdruck untersucht.

Viele Bluthochdruckpatienten berichten von einer Wetterfühligkeit und haben den Eindruck, bei raschen Wetterumschwüngen einen Anstieg ihres Blutdrucks zu bemerken. Ein Forscherteam des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum wollte das genau wissen und hat über einen Zeitraum von neun Jahren die Daten von mehr als 200.000 Patienten untersucht, die in Notaufnahmen von drei Krankenhäusern vorstellig wurden. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Temperatur den Blutdruck beeinflusst, starke Wetterwechsel jedoch nicht. Die Studie wurde im renommierten Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht.

„Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass das Wetter in der Tat Einfluss auf Blutdruckentgleisungen hat: Je kälter die Temperaturen, desto mehr Vorstellungen wegen Bluthochdrucks im Krankenhaus“, fasst Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I – Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Herne die Ergebnisse der Studie zusammen. Das gilt allerdings nur für längere Kälteperioden. „Akute Wetterwechsel haben – anders als von vielen Patienten wahrgenommen – keinerlei Auswirkung auf Blutdruckentgleisungen.“ Der Grund für den geringeren Blutdruck bei wärmeren Temperaturen könnte sich physiologisch erklären lassen: Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße, während sie sich bei Kälte zusammenziehen.

Besondere Vorsicht bei kalten Temperaturen

Bluthochdruckpatienten brauchen sich bei starken Wetterveränderungen demnach nicht stärker um ihren Blutdruck zu kümmern als sie es gewöhnlich tun. Bei längeren Kälteperioden sollte der Blutdruck allerdings besonders beobachtet werden, indem er häufiger gemessen wird. Zudem könnte eine Anpassung der Medikamention sinnvoll sein. Dies ist individuell mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

So wurde untersucht

Von 2010 bis 2018 wurden mehr als 200.000 Patienten in den Notaufnahmen des St. Anna Hospital Herne, Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum und Marien Hospital Witten vorstellig – davon 7.362 Patienten aufgrund von Bluthochdruck. Ein Forscherteam um Prof. Westhoff hat die Tage an denen diese Patienten aufgenommen wurden, mit tagesaktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes abgeglichen und gemeinsam mit einem Statistiker der Uni Jena aufwendig ausgewertet. Dabei wurden neben Luftdruck und Niederschlag sowohl die Durchschnittstemperatur als auch die Tiefst- und Höchsttemperatur sowie der maximale Temperaturunterschied im Verlauf von 24 Stunden untersucht. Diese Daten wurden jeweils für zwei bis drei Tage rund um die Aufnahme der Patienten erfasst.

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