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Hygienefachkraft schult Krankenschwestern in der Mongolei

Zwischen Jurten, Schafsfleisch und Mundschutz


In einer Jurte haben die Schulungen, die Hygienefachkraft Heike Kamphusmann gegeben hat, natürlich nicht stattgefunden. Krankenhäuser in und um die Hauptstadt Ulaanbaatar waren ihr Einsatzgebiet. Zehn Tage hat sie in der Mongolei in Vorträgen das Pflegepersonal geschult, über die neuesten Entwicklungen in der Hygiene informiert und selbst viel über Land und Leute gelernt.

Heike Kamphusmann hat 1981 ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im St. Anna Hospital Herne begonnen und ist seitdem geblieben – 37 Jahren arbeitet sie nun in dem Wanner Krankenhaus. „Seit ich meine Ausbildung 1984 beendet habe, war ich vor allem im OP tätig. Aus gesundheitlichen Gründen – ich konnte nicht mehr so lange stehen – wechselte ich 2014 in die Hygiene“, so Kamphusmann. Nach einer zweijährigen Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft nimmt sie die vielfältigen Aufgaben in diesem Bereich wahr. „Während man im OP einen festen Platz hat und oft mit den gleichen Ärzten zusammenarbeitet, ist die Arbeit in der Hygiene viel breiter gefächert. Ich bin in allen Häusern der St. Elisabeth Gruppe tätig, mache Begehungen und führe Gespräche mit Patienten und Mitarbeitern“, so die 55-Jährige.

Die Arbeit in der Hygieneabteilung hat die Gesundheits- und Krankenpflegerin nun auch in die Mongolei geführt. Im Rahmen des MeshHP e.V. (Mongolian Emergency Service Hospital Hygiene Project) ist sie gemeinsam mit einer weiteren Fachkraft aus einer Essener Klinik in das rund 6.400 km entfernte asiatische Land gereist. „Wir haben im Vorfeld eine Präsentation vorbereitet, die dann von einer Mitarbeiterin des MeshHP e.V., die Deutsch spricht, ins Mongolische übersetzt wurde. Diese Mitarbeiterin hat für uns auch vor Ort übersetzt.“ Die beiden haben ihre Vorträge vor rund 120 Pflegern gehalten, waren aber auch in kleinen Krankenhäusern auf dem Land. „Die Unterschiede zwischen den Krankenhäusern in Ulaanbaatar und den ländlichen Regionen sind sehr groß. Während die Einrichtung in der Hauptstadt schon sehr modern ist, reichen die medizinischen Standards auf dem Land noch  nicht so weit“, erklärt die Hygienefachkraft.

Besonderen Eindruck auf die gebürtige Wanne-Eicklerin hat die Tatsache gemacht, dass nicht so viel von den Materialien vorhanden ist: „Die Mund- und Nasenschutzmasken (FFP2-Masken) werden beispielsweise mehrfach verwendet. Sie werden nach dem Gebrauch in ein Säckchen getan und von einer Person eine Zeitlang benutzt. Das würden wir nie so handhaben, weil wir einfach andere Möglichkeiten haben. In Deutschland sind diese Masken ein typisches Produkt zum Einmalgebrauch.“ Gemeinsam mit dem MeshHP e. V. konnte schon viel für die Hygiene in mongolischen Krankenhäusern getan werden. Dazu zählen unter anderem die flächendeckende Anbringung von Desinfektionsmittelspendern sowie der Austausch von Handtüchern zu Papierhandtüchern und von Stückseife zu Flüssigseife.

Natürlich hat Heike Kamphusmann ihren Aufenthalt in der Mongolei nicht nur im Krankenhaus verbracht – die Gelegenheit, das Land und seine Bewohner kennenzulernen, hat sie auch genutzt: „Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Alle waren immer um uns bemüht und haben uns gerne ihr Land gezeigt.“ Die beiden Hygienefachkräfte haben neben der Hauptstadt buddhistische Klöster, das Reiterstandbild des Dschingis Khan und natürlich ein Ger Camp, in dem man in traditionellen Jurten übernachten kann, besucht. „Wir wurden in das Ger Camp eingeladen, wo für uns traditionell mongolisch gesungen und gekocht wurde. Eine typische Speise ist zum Beispiel Schafsfleisch“, erzählt Kamphusmann. Bei so vielen Erlebnissen und Eindrücken fällt es schwer, nur einen Moment besonders hervorzuheben: „Die ganze Reise war ein einziges Highlight!“
 

 

 

 

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