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Karriere & Bildung

Auf Umwegen zur Hygienefachkraft

Wo ein Wille ist….ist auch Fingerfarbe!

In ihrer beruflichen Laufbahn hat Marita Hyna zwar den einen oder anderen Umweg genommen, doch am Ende ist sie da angekommen, wo sie hinwollte. Gemeinsam mit der St. Elisabeth Gruppe hat sie eine Lösung gefunden, um endlich in ihrem Traumberuf arbeiten zu können. Die einstige Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk arbeitet nun als Hygienefachkraft. Mit detektivischem Gespür und Kreativität geht sie den Keimen an den Kragen.

Mein Keimmilieu – dein Keimmilieu

Marita Hyna steht in einem leeren Patientenzimmer, zieht Handschuhe an und legt direkt mit der Fingerfarbe los. Zuerst verteilt sie die grüne Farbe an ihren Händen und dann im ganzen Zimmer: der Schrank, die Decke und das Kissen des Patientenbettes, die Lampe, der Rollschrank neben dem Bett und alles, was auf ihm steht, bekommt grüne Handabdrücke. Und weil das noch nicht bunt genug ist, wiederholt sie das Prozedere mit roter Farbe. „In der Hygiene sprechen wir immer über sehr abstrakte Dinge: Keime kann man mit dem bloßen Auge nicht sehen, wir müssen daher kreativ werden, um sie sichtbar zu machen“, erklärt die 48-Jährige. Jeder Mensch hat sein eigenes Keimmilieu. Die Keime gehen von den Händen auf alles über, was berührt wird. „Die grüne Farbe symbolisiert das Keimmilieu eines Patienten, die rote Farbe das eines Pflegers. Dazu kämen noch weitere Pfleger und Patienten, Ärzte und Besucher“, so Hyna. Damit zeigt sie sehr anschaulich, wo die unterschiedlichsten Keime lauern und damit wo eine regelmäßige Nass-Wisch-Desinfektion notwendig ist.

Nicht die richtige Ausbildung

Dass Marita Hyna in ihrem Element ist, merkt man sofort. Doch die gebürtige Wanne-Eickelerin musste einige Umwege nehmen, um dort hin zu kommen. Nach ihrem Realschulabschluss machte sie eine Lehre als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk – nicht gerade ihr Traumberuf. Trotz der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung wollte sie nicht in dem Beruf arbeiten und ist über ihre Schwiegermutter zu einem Teilzeitjob in der Küche des St. Anna Hospital Herne gekommen. Nach der Geburt ihrer Kinder, ist sie erst einmal für die beiden zuhause geblieben. „Als meine Kinder dann alt genug waren, wollte ich beruflich neu starten.

Mit etwas Unterstützung zum Traumberuf

Weil man Marita Hyna im St. Anna Hospital schon kannte, konnte sie dort Vollzeit in der Hauswirtschaft als OP-Reinigungsfachkraft anfangen. „Das Arbeiten im OP, besonders im Bereich der Hygiene, hat mir gut gefallen. Ich habe schnell angefangen, bestehende Strukturen zu hinterfragen und Prozesse zu optimieren“, erzählt Hyna. Gerne wollte sie eine Weiterbildung zur Hygienefachkraft absolvieren. Doch die zweijährige Weiterbildung ist nur als examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin möglich. Da auch ihre Kollegen und Vorgesetzten schnell gemerkt haben, wie viel Engagement und Leidenschaft Marita Hyna für das Thema Hygiene aufbringt, hat man gemeinsam mit der Geschäftsleitung versucht, eine Lösung zu finden. „Die Geschäftsleitung hat mit der Ausbildungsstätte vereinbart, dass ich doch an der Weiterbildung teilnehmen kann, die ich im Oktober 2018 mit der Gesamtnote „sehr gut“ abgeschlossen habe. Damit bin ich nun staatlich geprüfte Fachkraft für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“, so die zweifache Mutter.

Hygiene ist Detektivarbeit!

Hyna arbeitet nun in der Hygieneabteilung der St. Elisabeth Gruppe. Gemeinsam mit dem Hygieneteam führt sie Begehungen durch, kümmert sich um das Isolationsmanagement, dokumentiert und protokolliert alle wichtigen Prozesse in der Hygiene. Sie organisiert und hält auch Schulungen, wo sie für die Kollegen auf den Stationen das Keimmilieu der Hände mit Fingerfarbe sichtbar macht. „Auch durch den Einsatz bestimmter Lösungen und mit Hilfe von Schwarzlicht kann aufgezeigt werden, wie sich Keime von Händen auf Gegenständen übertragen. Das ist richtige Detektivarbeit!“, berichtet Hyna. Trotz der Umwege hat die 48-Jährige endlich ihren Traumberuf gefunden. „Ich bin der Geschäftsleitung und meinem Team sehr dankbar, dass sie mir das ermöglicht haben. Rückblickend würde ich einiges anders machen. Ich würde direkt mit einer Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin starten und dann die Hygienefachweiterbildung absolvieren“, so Hyna. Für alle, die in ihrem Leben auch mal den einen oder anderen Umweg gehen, hat Marita Hyna auch noch einen Rat: „Man darf die Hoffnung nie aufgeben und muss für seinen Traum kämpfen. Geht nicht, gibt’s nicht!“

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