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Karriere & Bildung

Geflüchteter findet sein berufliches Glück in der Altenpflege

„Es ist ein schönes Gefühl, für andere da zu sein“

Nicht immer verläuft das eigene Leben gradlinig und vorhersehbar. Ein Beispiel für einen besonderen Lebensweg bietet der 23-Jährige Joudat Abbas aus Herne. Mit nur 17 Jahren flüchtete er aus Algerien nach Deutschland, lernte Deutsch und begann 2017 eine Ausbildung zum Altenpfleger in der St. Elisabeth Gruppe. Wie es dazu gekommen ist und warum ihn die Arbeit in einer Senioreneinrichtung glücklich macht, zeigt ein Einblick in seinen Berufsalltag.

Geboren wurde Joudat Abbas in Syrien und wuchs danach in Algerien auf. Nach seinem Schulabschluss 2015 entschied er sich für einen mutigen Schritt: Ein neues Leben in Europa zu beginnen. Nach einer mehr als einmonatigen Reise von Algerien über Marokko nach Spanien, gelangte er schließlich nach Deutschland. Dort beantragte er Asyl, begann Deutsch zu lernen und fand in Herne seine neue Heimat.

Beruflich Fuß fassen in Deutschland
Nachdem er sich in Herne eingelebt hatte, machte er sich Gedanken über seine berufliche Zukunft. Ein Bekannter empfahl ihm, sich für eine Ausbildung in der Pflege zu bewerben. „In Algerien ist das Thema Pflege ein ganz anderes als in Deutschland. Dort pflegt die Familie den Angehörigen“, berichtet Joudat Abbas. Umso überraschter war der 23-Jährige, als er erfuhr, dass es in Deutschland sogar eine Ausbildung zum Altenpfleger gibt. In Algerien lebte er bei seiner Großmutter und hatte ein enges Verhältnis zu ihr. „Ich mag den Kontakt zu älteren Menschen. Sie haben viel Lebenserfahrung und man kann sich toll mit ihnen unterhalten“, berichtet der Herner. Neugierig auf den Beruf des Altenpflegers geworden, bewarb er sich deshalb 2017 bei der St. Elisabeth Gruppe für eine Ausbildung.

Zeit mit den Bewohnern zu verbringen, gefällt Joudat Abbas besonders gut.

Erste Erfahrungen sammeln in der Altenpflege
Um einen Einstieg in die Welt der Altenpflege in Deutschland zu erhalten, wurde ihm zunächst ein Praktikum in der St. Elisabeth Gruppe angeboten. Joudat Abbas ergriff diese Chance. Über einen Zeitraum von vier Monaten arbeitete er vormittags in der Senioreneinrichtung und besuchte nachmittags einen Sprachkurs. Die ersten Tage waren für ihn zunächst eine ziemliche Umgewöhnung, da in seiner Heimat Männer für die Pflege von Männern zuständig sind und Frauen die Pflege anderer Frauen übernehmen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und dem aufmerksamen Zugucken bei Kollegen, packte er aber schon tatkräftig mit an. „Die Bewohner sind dankbar für jede Hilfe. Es ist ein schönes Gefühl, für andere da zu sein“, berichtet er stolz. „Wenn ich nach Hause komme, bin ich zufrieden mit meiner Arbeit und weiß, dass ich etwas Gutes getan habe.“ Durch sein Praktikum fühlte er sich noch mehr in seinem Wunsch bestätigt, eine Ausbildung in der Altenpflege zu beginnen. „Ich saß im Sprachkurs und hatte nur die Altenpflege im Kopf“, erzählt der 23-Jährige freudig.

Hürden bis zum Ausbildungsstart
Ganz so einfach war der Weg zur Traumausbildung für Joudat Abbas leider nicht, da Schulabschlüsse aus dem Ausland in Deutschland anerkannt werden müssen. Um die Zeit zwischen dem Ende seines viermonatigen Praktikums und dem Ausbildungsstart zu überbrücken, arbeitete er als Altenpflegehelfer, um so seine Praxiserfahrung weiter auszubauen. Nach der Anerkennung seines Schulabschlusses aus Algerien stand seinem Traum nichts mehr im Wege und er begann im Oktober 2017 die dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger in der St. Elisabeth Gruppe. „Ich wollte diese Ausbildung einfach unbedingt machen. Ich habe auf der Arbeit schon alle ein bisschen damit genervt“, erzählt der Herner schmunzelnd.

Der Weg zum examinierten Altenpfleger
Die Ausbildung zum Altenpfleger teilt sich in Theorie und Praxis auf. Beim Unterricht in der Schule konnte Joudat Abbas sein Wissen rund um die Pflege und die Anatomie des Menschen weiter ausbauen. „Wir haben zum Beispiel gelernt, wie wichtig es ist, Menschen, die bettlägerig sind, zu bewegen, um so einen Dekubitus zu vermeiden“, berichtet der 23-Jährige. Da Deutsch nicht seine Muttersprache ist, war der Unterricht im ersten Lehrjahr nicht leicht für ihn. Aber er biss sich trotzdem durch. „Es ist wichtig, geduldig zu sein und Ziele und Träume zu haben“, so der Herner. Aufblühen konnte er vor allem bei seinen Praxiseinsätzen. Aktuell arbeitet er in einem psychiatrischen Wohnbereich der Senioreneinrichtungen Widumer Höfe der St. Elisabeth Gruppe. In dieser Wohngruppe leben unter anderem Bewohner mit Demenz. Auf die Frage, was ihm an seinem Beruf am besten gefällt, hat er eine ganz klare Antwort: „Der Umgang mit den Bewohnern.“ Besonders das gemeinsame Spielen im Aufenthaltsraum und die Gespräche gefallen ihm. „Viele der Bewohner sind Mütter oder Väter, Omas oder Opas. Diese Menschen haben eine Menge erlebt und man kann noch viel von ihnen lernen“, erzählt der Auszubildende begeistert.

Joudat Abbas im Gespräch mit Jacek Michalak, Leitung der Senioreneinrichtungen der St. Elisabeth Gruppe.

Ausbildung in der Altenpflege – Eine gute Wahl?
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, eine Ausbildung zum Altenpfleger gemacht zu haben“, betont der 23-Jährige. „Meine Arbeit macht mich glücklich. Da ich in Deutschland keine Familie habe, fehlt es mir sogar richtig, wenn ich die Bewohner nicht sehe.“ Der Altenpflegeschüler befindet sich im dritten Jahr seiner Ausbildung und wird diese Ende September abschließen. Und auch für die Zeit danach hat der Herner schon Pläne: Nach der Ausbildung würde er gerne noch Weiterbildungen machen, zum Beispiel im Bereich Wundmanagement. Aber auch die Arbeit als Praxisanleiter reizt ihn.

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