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Karriere & Bildung

Berufseinblick Pflegewissenschaftliches Arbeiten

Was macht eigentlich eine wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Pflegedienstleitung?

Die Pflegewissenschaft ist in Deutschland eine vergleichsweise junge Disziplin. Mit der Schaffung der Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin in der Pflegedienstleitung hat die St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr frühzeitig auf die Entwicklungen in diesem Bereich reagiert. Seit 2017 arbeitet Nicole Parwolowski in dieser Position. Die 30-Jährige ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und hat parallel zu ihrer Arbeit in der ambulanten Kinderpalliativpflege ein Bachelorstudium der Pflegewissenschaft in Bochum absolviert, das sie in fünf Semestern abschließen konnte.

In der St. Elisabeth Gruppe arbeitet Parwolowski vor allem daran, die sogenannten „Expertenstandards“, die das Deutsche Netzwerk für Qualität in der Pflege (DNQP) festlegt, an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen und umzusetzen. Diese verbindlichen Expertenstandards sind Instrumente, die die Qualität der Pflege verbessern sollen. Sie beruhen auf aktuellen pflegewissenschaftlichen sowie praktischen Erkenntnissen. „Das DNQP gibt jedoch keine konkreten Handlungsanweisungen vor, weshalb in den Einrichtungen geprüft werden muss, wie der Standard implementiert werden kann“, so die Pflegewissenschaftlerin. Sie recherchiert daher weitere Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen und sucht nach Bewertungskriterien und Assessments, die sich auf die neuen Standards anwenden lassen. Lassen sich keine passenden Kriterien finden, setzt sich Parwolowski mit einem zum jeweiligen Pflegestandard passenden Team aus Pflegekräften, Ärzten und Therapeuten zusammen, um diesen auf die einzelnen Einrichtungen der Gruppe anzupassen. Die Ergebnisse werden dann – nach Absprache mit der jeweiligen Pflegedienstleitung sowie der Gesamtpflegedienstleitung – in einer Testphase vor Ort erprobt und laufend überprüft. Hat sich die Anwendung eines Prozesses in der Praxis bewährt, arbeitet Parwolowski auch daran, die Mitarbeiter in der neuen Vorgehensweise zu schulen. Dafür entwickelt sie spezielles Unterrichtsmaterial und führt dann Schulungen in Kleingruppen auf den Stationen durch.

Nicole Parwolowski bei einer Mikroschulung

Zu den so weiterentwickelten Standards zählt unter anderem ein Instrument zur Messung des Dekubitus-Risikos von Patienten. Diese Geschwüre treten bei Pflegebedürftigen auf, die aufgrund einer Erkrankung nicht oder nur in geringem Ausmaß ihr Bett verlassen können. Die bisher zur Messung angewandte Braden-Skala war von den Pflegekräften als unzureichend wahrgenommen worden. Daher entwickelte Parwolowski in Zusammenarbeit mit den Pflegedienstleitungen ein neues Assessment, das zudem das Ziel hatte, das Auftreten von Dekubitus noch weiter zu verringern. „Die begleitenden Mikroschulungen haben dazu beigetragen, dass die Zahlen deutlich zurückgegangen sind“, bestätigt die 30-Jährige. Ab dem 01. April 2019 wird das von ihr entwickelte Assessment, das als wichtigen Zusatz die Mobilitätseinschätzung des Patienten beinhaltet, dann in allen Krankenhäusern der St. Elisabeth Gruppe eingesetzt. Ein weiteres, von Parwolowski voran getriebenes Projekt war die Einführung eines neuen Konzepts in der onkologischen Pflegevisite.

Intensive Recherche gehört zur täglichen Arbeit

Kein Standard kann ohne intensive Recherche erarbeitet und verbessert werden, weshalb das Lesen wissenschaftlicher Artikel ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit von Nicole Parwolowski ist. Da die pflegewissenschaftliche Forschung in englischsprachigen Ländern wie den USA besonders intensiv betrieben wird, werden ebenfalls gute Englischkenntnisse benötigt. Um die Ergebnisse der Studien in Zusammenhang zu setzen und die richtigen Schlüsse aus diesen zu ziehen, ist darüber hinaus eine gute Auffassungsgabe wichtig. Die Arbeit in den multiprofessionellen Gruppen erfordert zudem einen guten Teamgeist aber auch die Fähigkeit, als Gruppenleiterin Entscheidungen zu treffen. „Ich denke, meine Ausbildung und das anschließende Studium hat mich gut auf diese Tätigkeit vorbereitet“, sagt Parwolowski.

Nicole Parwolowski arbeitet nun als Lehrerin in der Krankenpflegeschule der St. Elisabeth Gruppe und kann ihr theoretisches Wissen so an die angehenden Pflegekräfte weitergeben.

Karriere in der St. Elisabeth Gruppe

Der Pflegedienst der St. Elisabeth Gruppe bietet ein breites Spektrum unterschiedlicher Karrieremöglichkeiten. Ob "Experte", "Entwickler", "Lehrer" oder "Manager" - Hier gibt es mehr Informationen zu unserem Karrieremodell.

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