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Karriere & Bildung

Bella Italia im Kreißsaal

Von der Sonne Italiens direkt nach Witten – das klingt erst mal nach einem ungewöhnlichen Tausch. Doch Alba Di Tucci und Melania Reca fühlen sich in ihrer neuen Wahlheimat mehr als wohl. Seit dem 01.06.2018 arbeiten die beiden als Hebammen im Marien Hospital Witten und bereichern das Team der geburtshilflichen Station mit ihrem Können. Die beiden studierten Hebammen sind ein Beispiel dafür, wie die Arbeit in einem internationalen Team gelingen kann.

Alba Di Tucci wurde in Neapel in Süditalien geboren, Melania Reca stammt aus Sizilien. Ihre Wege kreuzten sich erstmals an der Universität in Rom, wo sie den Beruf der Hebamme erlernten. In Italien ist dieser Beruf, anders als bisher in Deutschland, ein Studiengang, in dem der Schwerpunkt mehr auf der theoretischen als auf der praktischen Ausbildung liegt. Doch nach dem erfolgreichen Abschluss fanden beide keine Anstellung in ihrer Heimat. Die Situation in Italien ist schwierig, es gibt kaum freie Stellen, dafür aber zu viele ausgebildete Hebammen. Auf ihren Wunschberuf wollten die beiden jedoch nicht verzichten, darum sahen sie sich nach einer neuen Möglichkeit um.

Sprachkenntnisse als Türöffner

„Mein Onkel lebt in Köln, er empfahl mir die Krankenhäuser in Deutschland und berichtete, dass Hebammen gesucht werden“, erklärt Alba Di Tucci. Die 25-Jährige entschied gemeinsam mit ihrer ein Jahr älteren Kollegin Melania Reca, ihr Glück in Deutschland zu versuchen. Die beiden wählten bewusst den Standort Witten und nicht die Großstädte Berlin oder Hamburg, wo es ebenfalls Stellenangebote gab. Doch bevor sie durchstarten konnten, wurde Deutsch gepaukt. Beide hatten kaum Vorkenntnisse in Deutsch und lernten die Sprache in Intensivkursen von Grund auf. Von einer Sprachbarriere ist heute fast nichts mehr zu merken, nur ein italienischer Akzent ist geblieben.

Der Hebammenberuf in Deutschland und Italien

Ihr Handwerk lernten beide bereits in Italien, ihr Wissen in Deutschland haben sie stetig erweitert. „In Deutschland ist ein selbstständigeres Arbeiten möglich als in Italien“, sagt Melania Reca. Dazu zählt auch, den Patientinnen Medikamente wie Schmerzmittel zu geben oder eine Geburt mit einzuleiten. Diese Aufgaben übernehmen in Italien vornehmlich Ärzte. Es gibt noch einen weiteren Unterschied zwischen den Aufgabenbereichen in den jeweiligen Ländern. Beide Hebammen wurden im Studium auch für die Arbeit im OP ausgebildet und waren neben Kaiserschnitten auch bei anderen gynäkologischen Eingriffen dabei. In Witten sind sie nur noch bei Kaiserschnitten im OP aktiv.

Teamarbeit über den Kreißsaal hinaus

„Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und arbeiten in einem tollen Team mit Hebammen, Pflegepersonal und Ärzten zusammen. Das Team ist dabei sehr international aufgestellt“, erklärt Melania Reca. Auch die Kommunikation mit den Patientinnen und Angehörigen klappt gut, auch wenn hin und wieder die Frage kommt, aus welchem Land die beiden stammen. Bei Bedarf sind die beiden gelernten Hebammen auch als Dolmetscherinnen im Einsatz und unterstützen Patientinnen mit fehlenden Deutschkenntnissen auf der Station. Sie freuen sich, wenn sie helfen können, Deutsch ist jedoch ihre Arbeitssprache. Ihre Heimat vermissen sie dennoch hin und wieder. „Zumindest das Wetter und das Essen“, lacht Melania Reca. Und Alba Di Tucci ergänzt: „Und die Familie.“ Dennoch sind beide sehr froh, dass sie ihre neue Heimat in Witten gefunden haben und ihren Traumberuf ausüben können.

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