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Ueberschrift:

Berufseinblicke Alltagsbegleiter

Was macht eigentlich eine Alltagsbegleiterin im Krankenhaus?

Wenn Lynda Füllgraf die Zimmer der älteren Patienten auf der Station 7 des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum mit einem freundlichen „Wie geht es Ihnen heute?" betritt, freuen sich viele von ihnen über die nette Begrüßung. „Wenn Sie Lust haben, spielen wir später Gesellschaftsspiele", auf diese Weise sorgt die Alltagsbegleiterin sofort für gute Stimmung. Zu ihrem Beruf gehören aber nicht nur Gesellschaftsspiele. Lynda Füllgraf beschreibt, welche Aufgaben eine Alltagsbegleiterin im Krankenhaus hat.

Für Senioren mit eingeschränkter Mobilität sowie für Demenzpatienten ist es wichtig, neben der körperlichen Pflege auch im Kopf fit zu bleiben und der Langeweile zwischen den Untersuchungen im Krankenhaus vorzubeugen. An dieser Stelle kommt Lynda Füllgraf als Alltagsbegleiterin ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, ältere Menschen mit Demenzerkrankungen durch den Krankenhausalltag zu begleiten und ihnen Ablenkung zu bieten. „Gerade diese facetten- und abwechslungsreiche Arbeit finde ich spannend", so Füllgraf.

Die Alltagsbegleiterin schenkt den Patienten Zeit für gemeinsame Aktivitäten, wie Gesellschaftsspiele, Musik hören und Basteln. Sie hat aber auch stets ein offenes Ohr für die Senioren während des Krankenhausaufenthalts: „Ich bezeichne mich selbst immer als „Quatschtante", da ich mir gerne ihre Geschichten anhöre und wir gemeinsam lachen können." Um die Wünsche ihrer Patienten zu verstehen, investiert Lynda Füllgraf viel Zeit: „Obwohl pflegerische Tätigkeiten nicht zu meinem Beruf gehören, begleite ich manchmal das Pflegepersonal, um ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse und das Verhalten jedes Einzelnen zu bekommen." Um vor allem die neuen Patienten der Station besser kennenzulernen, veranstaltet Füllgraf mit ihren Kolleginnen und Kollegen zusätzlich ein gemeinsames Frühstück oder Kaffeetrinken am Nachmittag.

Wichtig für ihren Job als Alltagsbegleiterin sind vor allem Geduld, Spaß am Umgang mit Menschen und viel Einfühlungsvermögen. Zusätzlich hat sie, neben einigen Vorerfahrungen im Pflegebereich, eine Ausbildung zur interkulturellen Demenzbegleiterin in der St. Elisabeth Gruppe absolviert. Diese Ausbildung umfasst sowohl Theorie als auch Praxis und soll sicherstellen, dass im Arbeitsalltag neben dem grundlegenden Wissen zum fachkundigen Umgang mit den Senioren und deren Angehörigen auch notwendige Kenntnisse über Demenz und mögliche Krankheitsverläufe vorhanden sind. Zudem wurde der Umgang mit unterschiedlichen Kulturen vermittelt – ein Aspekt der Lynda Füllgraf besonders angesprochen hat. Sie selbst lernte bereits viele Kulturen kennen: Sie hat italienische Wurzeln, wuchs jedoch in Belgien auf und besuchte dort eine englische Schule. Vor ihrem Umzug nach Deutschland lebte sie einige Jahre in Spanien. Sie spricht mehrere Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und etwas Niederländisch. „Die Sprachkenntnisse sind für meinen Beruf wichtig. Es kann sein, dass Patienten mit Migrationshintergrund im Krankheitsverlauf plötzlich nur noch in ihrer Muttersprache sprechen, weil es für sie einfacher ist, als sich an die deutschen Begriffe zu erinnern", erklärt Füllgraf. „Ich freue mich, dass ich meine Sprachkenntnisse in diesem Beruf für eine gute Sache einsetzen kann. Das Schöne ist, dass ich durch den direkten Kontakt mit den Patienten sofort eine Resonanz bekomme und weiß, dass ich hier etwas Gutes tue", fasst sie zusammen.

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