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Was macht eigentlich die Zentralsterilisation?

Skalpelle, Klemmen, Endoskope – Bei der Arbeit in Krankenhäusern oder Arztpraxen wird jeden Tag eine Vielzahl verschiedenster Instrumente benötigt. Dabei spielt die Hygiene eine besonders wichtige Rolle. Alle Instrumente müssen vor ihrem Einsatz steril, das heißt frei von Keimen, sein. Wie das gelingt, erklärt Andreas Wolf, stellvertretender Leiter der Zentralsterilisation des Marien Hospital Herne und des Marien Hospital Witten.

Montagmorgen, 5:30 Uhr. Die Arbeit in der Zentralsterilisation beginnt. Von nun an werden bis Samstagmorgen um 6 Uhr rund um die Uhr, täglich in drei Schichten, medizinische Instrumente gereinigt, desinfiziert und sterilisiert. Am Wochenende hat die Zentralsterilisation zu, da dann nur Not-OPs durchgeführt werden. „Wir bereiten hier Instrumente für das Marien Hospital Herne und das Marien Hospital Witten auf, genauer gesagt für die Bereiche OP, Ambulanz, Endoskopie und Intensivmedizin. Die normalen Stationen arbeiten mit Einmalartikeln. Zusätzlich haben wir 40 externe Kunden. Dabei handelt es sich um andere Krankenhäuser und Arztpraxen aus der Umgebung“, erklärt Andreas Wolf. Nach einer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Marien Hospital Herne hat er zunächst eine Fachweiterbildung zur Pflege im Operationsdienst gemacht. Über zusätzliche Weiterbildungen zur Medizinprodukteaufbereitung ist er schließlich in die Zentralsterilisation gekommen, von der er inzwischen stellvertretende Leitung ist.

Viele Artikel, verschiedene Anforderungen

Insgesamt 26 Mitarbeiter und drei Auszubildende kümmern sich um die Sterilisation der Instrumente. Diese reichen von einfachen Edelstahlinstrumenten, wie Scheren oder Skalpellen, bis hin zu komplexen Endoskopen oder gar Roboterarmen. So verschieden wie die Instrumente sind auch die Anforderungen an diese. Eine elektronische Datenbank führt Packlisten für über 5000 Artikel, wobei es sich bei einem Artikel um einzelne Instrumente, aber auch um OP-Container handeln kann. Dabei handelt es sich um Sets mit Instrumenten, die für eine bestimmte Operation, wie etwa eine Leisten-Hernien-OP, gebraucht werden. „Die Instrumente aus den Sets sterilisieren wir nicht einzeln, sondern immer alles zusammen“, berichtet Andreas Wolf. „Es ist wichtig, dass alles beisammen bleibt, damit im OP alles reibungslos funktioniert und nichts gesucht werden muss.“

Alle Instrumente, die für eine bestimmte OP benötigt werden, gehören zu einem OP-Container und werden zusammen sterilisiert.

Vom OP in die Zentralsterilisation

Doch wie gelangen eigentlich die Instrumente vom OP in die Zentralsterilisation? „Die Instrumente aus den Häusern der St. Elisabeth Gruppe kommen über den Fahrdienst zu uns. Spezielle Steri-Fahrer holen die Instrumente in den OPs ab und bringen sie mehrmals täglich zu uns. Externe Kunden sind für die Logistik selbst verantwortlich. Wir nehmen die Instrumente in der Zentralsterilisation an und machen sie nach der Sterilisation fertig für den Transport“, so Andreas Wolf.

Unrein, rein und steril

Die Aufbereitung der Instrumente erfolgt grundsätzlich immer gleich. In der Zentralsterilisation angekommen, müssen alle Gegenstände drei Bereiche durchlaufen: einen unreinen, einen reinen und einen sterilen Bereich. Im unreinen Bereich ziehen die Mitarbeiter zunächst, wie im OP, Schutzkleidung an. Dann werden die Instrumente auseinandergebaut, sofern dies möglich ist. Anschließend kommen sie zur Reinigung in eine automatisierte Waschanlage, die die Instrumente bei hohen Temperaturen wäscht und trocknet. Die Hitze desinfiziert die Instrumente zeitgleich. Die Maschine überprüft den Prozess selbstständig. Im reinen Bereich werden diese dann nach den Angaben auf den Packlisten auf Siebe gepackt, zusätzlich von den Mitarbeitern überprüft und auf die Beladungswagen für die Sterilisatoren verteilt. Die Sterilisation erfolgt auf zwei verschiedene Arten: Normales OP-Besteck aus Edelstahl wird in schnellkochtopfähnlichen Geräten mit 134°C heißem Wasserdampf 18 min sterilisiert. „Instrumente, die diese Hitze nicht so gut vertragen, weil sie zum Beispiel Elektronik enthalten, werden mit Wasserstoffperoxid bei 55 – 60°C 90 min lang sterilisiert. Das Gerät, in dem dieser Ablauf stattfindet, wird Plasma-Steri genannt. Wir haben hier sieben „Schnellkochtöpfe“ und zwei Plasma-Steris“, so Andreas Wolf. Danach müssen die Instrumente abkühlen, bevor sie auf der sterilen Seite zusammengesetzt, verpackt, freigegeben und für den Abtransport sortiert werden. Durchschnittlich 500 Artikel durchlaufen diese Schritte täglich.

Auf der sterilen Seite müssen die Instrumente zunächst ankühlen, bevor sie zusammengesetzt, verpackt und für den Abtransport freigegeben werden können.

Organisation ist das A und O

Von der Ankunft in der Zentralsterilisation bis zum Abtransport befinden sich die Instrumente fünf Stunden vor Ort, bevor sie wieder einsatzfähig sind. In dieser Zeit fehlen die Instrumente im OP. Entsprechend wichtig ist die richtige Planung und Organisation. Für die ist neben Christiane Schlingmann, die die Zentralsterilisation leitet, Andreas Wolf mitverantwortlich. Dazu gehört, neben dem Erstellen von Dienstplänen, auch die Koordination was wann sterilisiert werden muss. Dafür schauen die beiden sich täglich die OP-Pläne an. „Es ist wichtig zu wissen, welche Dinge mehrfach an einem Tag gebraucht werden, denn das müssen wir zeitlich einkalkulieren,“ so Christiane Schlingmann. Darüber hinaus ist Andreas Wolf auch für das Reparaturmanagement verantwortlich. Ist ein Artikel defekt, wird er repariert oder ausgetauscht. Einmal pro Woche werden die defekten Instrumente zur Reparatur abgeholt. Auch die Einweisung in neue Produkte, der Kontakt zu externen Kunden und die Beratung beim Kauf neuer Instrumente gehören zu seinem Aufgabenfeld. Darüber hinaus unterrichtet er Auszubildende am Campus der St. Elisabeth Gruppe. Was er an seinem Beruf am meisten mag? „Auch wenn die Abläufe sehr durchgetaktet sind, ist meine Arbeit sehr abwechslungsreich und es gibt immer was zu tun.“

Alles muss genau dokumentiert werden.

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