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Gesunde Ernährung als Beruf(ung) – Was macht eigentlich eine Diätassistentin?

Die Ernährung hat großen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit. Bei Erkrankungen oder Unverträglichkeiten ist die Auswahl der richtigen Lebensmittel für Betroffene aber oftmals nicht einfach, obwohl sie gerade in diesen Fällen besonders wichtig ist. Unterstützung bei der Wahl der richtigen Ernährungsform und der Zubereitung von Speisen erhalten Patienten in der St. Elisabeth Gruppe von den Diätassistenten. Zwei von Ihnen sind Janina Buschmann und Andrea Baar. Sie geben einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und zeigen, wie abwechslungsreich ihr Beruf ist.  

Bei einer Krebserkrankung leiden Patienten häufig zusätzlich an einer Mangelernährung. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Sowohl die Erkrankung selbst als auch die Therapie können die Ursache sein. Bei der Aufnahme im Krankenhaus wird deshalb ermittelt, ob eine Mangelernährung vorliegt. Ist dies der Fall, ordnet der behandelnde Arzt eine Ernährungsberatung an. Janina Buschmann ist eine erfahrene Diätassistentin und arbeitet seit über 10 Jahren in ihrem Beruf. Seit 2019 betreut sie in der St. Elisabeth Gruppe den Bereich der Ernährungsberatung.

Janina Buschmann im Beratungsgespräch mit einem Patienten.

Mangelernährung entgegenwirken

Im Rahmen eines Beratungstermins bespricht Janina Buschmann zunächst die Krankengeschichte mit dem Patienten. Während einer Krebstherapie können unter anderem Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Geschmacksveränderungen auftreten. Janina Buschmann fragt deshalb auch nach akuten Beschwerden, die zu einem Verlust des Appetits beitragen können. Außerdem bespricht die Diätassistentin mit dem Patienten, wie viel er isst. Zusätzlich überprüft sie, wie viel der Patient wiegt und wie hoch sein Gewichtsverlust ist. Gewicht und Größe werden dann mit Hilfe einer Formel in Relation gesetzt, um den persönlichen Energiebedarf zu berechnen. Stellt sich heraus, dass der Patient ein Energiedefizit aufweist, werden Maßnahmen getroffen, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Dafür steht Janina Buschmann immer im direkten Austausch mit Ärzten und Pflegekräften. „Zunächst wird versucht, die Nahrung des Patienten anzupassen. Das bedeutet, dass die Kostform auf eine hochkalorische-  und eiweißreiche Kost umgestellt wird. Dafür werden verschiedene Lebensmittel zum Beispiel mit Sahne oder Butter angereichert“, erklärt Janina Buschmann. „Aber auch spezielle Trinknahrung ist eine Möglichkeit, um das Energiedefizit auszugleichen.“ Führen diese Maßnahmen nicht zu dem gewünschten Ergebnis, kann eine künstliche Ernährung durch eine Sonde notwendig sein. Dafür gibt die Diätassistentin, nach Berechnung des genauen Bedarfs des Patienten, eine Empfehlung an den Arzt weiter. Dieser ordnet dann eine künstliche Ernährung an. Zunächst wird aber versucht, die Ernährung anzupassen. Für die Mahlzeiten im Krankenhaus steht Janina Buschmann im engen Kontakt mit der Küche, um den Patienten optimal zu versorgen.

Expertise auch in der Küche

Im nächsten Schritt sorgt Andrea Baar in der Küche dafür, dass der Patient das Essen erhält, das auf seine Erkrankung abgestimmt wurde. Die 45-Jährige arbeitet seit 23 Jahren als Diätassistentin in der St. Elisabeth Gruppe. Als Ernährungsexpertin achtet sie darauf, dass bei der Zubereitung von Mahlzeiten für Patienten mit speziellen Diäten oder Unverträglichkeiten geeignete Produkte und Lebensmittel verwendet werden. Durch ihre lange Berufserfahrung weiß Andrea Baar genau, worauf dabei geachtet werden muss. Dieses Wissen gibt sie auch an ihre Kolleginnen und Kollegen in der Küche weiter.  „Bei einer Mangelernährung werden beispielsweise Lebensmittel wie Milchprodukte mit zusätzlichen Fetten oder Eiweißpulver angereichert, damit sie kalorienreicher sind und mehr Energie liefern“, erläutert die Diätassistentin.

Andrea Baar bespricht mit einer Kollegin die Auswahl des richtigen Produktes für Patienten mit einer Mangelernährung.

Von der Küche zum Patienten

Doch wie kommt das richtige Essen letztendlich zum Patienten? In der Mitte der Küche befindet sich ein Fließband, auf dem die verschiedenen Komponenten einer Mahlzeit zu den Essenszeiten zusammengestellt werden. Jeder Schritt wird einzeln erledigt, wie zum Beispiel das Bestücken mit Brot und Brötchen beim Frühstück. Andrea Baar teilt dafür jedem Mitarbeiter eine einzelne Station zu, an der das entsprechende Produkt auf das Tablett gestellt wird. Damit auch die richtigen Komponenten zusammengestellt werden, druckt Andrea Baar die Menüauswahl des Patienten auf eine Menükarte und stellt diese auf ein leeres Tablett. So kann abgelesen werden, was bestellt wurde. Danach läuft das Tablett dann an den verschiedenen Stationen vorbei. Bei den vielen Essen, die jeden Tag über das Band laufen, muss jeder Handgriff sitzen. Bevor die Mahlzeiten sich auf den Weg zu den Stationen machen, wird deshalb alles noch einmal überprüft. „Darf der Patient keinen Weizen essen, wird noch einmal kontrolliert, ob glutenfreies Brot auf dem Tablett ist“, erklärt die Diätassistentin. „Im Falle eines mangelernährten Patienten wird noch einmal überprüft, ob die richtigen Komponenten für die angeordnete Kost verwendet wurden.“ Im Anschluss wird das Essen dann auf die Stationen gebracht und der Patient erhält sein bestelltes Essen, das auf seine Erkrankung abgestimmt wurde.  

Andrea Baar tauscht bei der Qualitätskontrolle eine Orange gegen eine Banane aus.

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