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Einblick in das Entlassmanagement

Die Brückenbauer im Krankenhaus – das Entlassmanagement

Insbesondere Angehörige von älteren oder schwer kranken Menschen kennen diese Gedanken: Mein Familienmitglied ist im Krankenhaus. Und jetzt? Wie geht es weiter? Genau in diesem Moment, in dem sich oftmals Ratlosigkeit bei den Angehörigen einstellt, fängt die Arbeit von Iris Vogel und ihrem Team an. Sie ist Gesamtleitung des Entlassmanagements der St. Elisabeth Gruppe und berichtet, was Brückenbauen mit ihrem Job zu tun hat.

Entlassmanagement organisiert Übergang

„Das Ziel unserer Arbeit ist es, die Verweildauer des Patienten im Krankenhaus zu nutzen, um eine reibungslose Nachversorgung im Anschluss sicherzustellen. Die Krankenhäuser schließen damit eine vorhandene Versorgungslücke. Das ist sehr sinnvoll“, erklärt Iris Vogel. In der Vergangenheit war nicht eindeutig geregelt, wer die Aufgabe übernimmt, sich z. B. um einen Heimplatz nach dem Krankenhausaufenthalt zu kümmern. Patienten und Angehörige waren mit der Situation oftmals überfordert. Seit 2017 ist es für Krankenhäuser gesetzlich vorgeschrieben, ein Entlassmanagement für die Patienten anzubieten. In der St. Elisabeth Gruppe existiert die Abteilung jedoch schon deutlich länger.

Ein enges Zeitfenster und ein eingespieltes Team

Hinzu kommt, dass der Zeitraum, den Patienten im Krankenhaus verbringen, kürzer geworden ist. Das Team des Entlassmanagements hat daher in der Regel nur ein enges Zeitfenster, um die nächsten Schritte für die Patienten und ihre Angehörigen zu erarbeiten. Um das zu gewährleisten, ist die Expertise verschiedener Berufe erforderlich, die im Entlassmanagement gebündelt sind. Zum Team zählen u. a. Sozialarbeiter und -pädagogen, Gesundheits- und Krankenpfleger, fachweitergebildete Pflegekräfte sowie Altenpfleger. Organisationstalent und Pflege-Know-how greifen hier ineinander.

Entlassmanagement beginnt am Anfang

„Auch wenn der Name „Entlassmanagement“ suggeriert, dass wir erst am Entlassungstag auf die Patienten zugehen, beginnt unsere Arbeit bereits am ersten Tag ihres Aufenthalts“, so die Abteilungsleitung. Bei der Aufnahme können Patienten bzw. Angehörige oder Bevollmächtigter entscheiden, ob die Unterstützung des Entlassmanagements gewünscht ist. Wird eingewilligt, erstellen die Pflegekräfte der Stationen eine erste Einschätzung, welche Form der Unterstützung notwendig ist und geben diese an das Entlassmanagement weiter. Darüber hinaus haben Patienten und Angehörige die Möglichkeit, sich bei Beratungsterminen mit dem Entlassmanagement über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Nachversorgung zu informieren. In den meisten Fällen wissen Betroffene nicht, welche Angebote es für ihre individuelle Situation gibt und welche Ansprüche bestehen.

Leistungsspektrum ist breit gefächert

Das Spektrum der unterstützenden Leistungen ist breit gefächert, wie Iris Vogel erläutert: „Wir organisieren alles vom Rollator bis zur Reha, von einem Antrag auf Erhöhung der Pflegestufe bis hin zur Beantragung eines Schwerbehindertenausweises. Selbst die Versorgung mit Medikamenten für den Übergang oder den Transport in eine Pflege-Einrichtung können wir organisieren. Dabei nehmen wir immer auch Rücksicht auf die Situation und die Wünsche der Patienten.“

Gutes Netzwerk ist unerlässlich

Bei der Vielzahl an Möglichkeiten verwundert es nicht, dass auch das Netz an Kooperationspartnern außerhalb des Krankenhauses sehr groß ist. „Wir arbeiten mit stationären Pflege-Einrichtungen, ambulanten Pflegediensten, Reha-Einrichtungen und Krankenkassen, je nachdem, was gefordert ist. Geht es z. B. um Anträge, bereiten wir die Unterlagen in Absprache mit der entsprechenden Stelle so weit vor, dass der Patient oder Angehörige nur noch zustimmen und die Dokumente unterschreiben muss. Das kann in einer emotionalen Ausnahmesituation, z. B. nach einer ernsten Diagnose, für die Betroffenen eine große Erleichterung sein.“

Eine gute Vernetzung mit den Ansprechpartnern ist daher für das Entlassmanagement unerlässlich. Anderenfalls wären kurzfristige Lösungen bei der Vielzahl an Patienten schwierig umzusetzen.

Kompetenz und Lösungsorientierung

Doch nicht nur die Vorliebe zum Networken sollten Mitarbeiter für die Arbeit im Entlassmanagement mitbringen. „Die Kollegen müssen sehr flexibel und breit informiert sein, um kompetent beraten und schnell reagieren zu können“, so Iris Vogel. Lösungsorientierung, Organisationstalent, Fachwissen und Empathie sind daher Voraussetzung, um erfolgreich arbeiten zu können.

Brücken bauen, Perspektiven schaffen

Bei all der Dynamik des Jobs ist besonders Empathie von großer Bedeutung: „Manchmal treffen wir auf Patienten und Angehörige, die gerade eben erst eine schlechte Nachricht erhalten haben. Und dazu kommt: nicht alle unsere Patienten sind alt. Auch schon junge Menschen können auf unsere Hilfe angewiesen sein. In diesen Momenten ist es wichtig, mit den Menschen zusammen zu überlegen, welche Perspektiven es gibt und sie dabei zu unterstützen, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Wir versuchen Brücken zu bauen, damit sich nach dem Krankenhausaufenthalt kein Loch auftut.“

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