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Berufseinblick Medizinisch-Technischer Laborassistent

Was machen eigentlich MTLAs im Labor der St. Elisabeth Gruppe?

MTLA – das steht für Medizinisch-technischer Laborassistent oder Assistentin, wie im Fall von Marina Henkel. Sie arbeitet seit 2015 in der St. Elisabeth Gruppe. Im Rahmen ihrer dreijährigen Ausbildung absolvierte sie einen Teil ihres praktischen Einsatzes im Labor der St. Elisabeth Gruppe. Aufgrund ihres großen Engagements und ihrer guten Teamfähigkeit wurde sie dort nach ihrem Examen direkt übernommen. Ausschlaggebend für die Entscheidung, eine Ausbildung zur MTLA zu absolvieren, war für Henkel eine Besichtigung des Blutspendedienstes während ihres Bundesfreiwilligendienstes beim Deutschen Roten Kreuz. „Die Arbeit, die ich dort im Labor erlebt habe, hat mich fasziniert“, so die 26-Jährige. Sie informierte sich über die Tätigkeit und bewarb sich um einen Ausbildungsplatz an einer entsprechenden Berufsfachschule. Die Ausbildung zur MTLA setzt sich zum einen aus praktischen Phasen in z. B. Krankenhauslaboratorien, der Pathologie und Mikrobiologie und zum anderen aus theoretischen Phasen zusammen.
Auch Jonas Köller ist 26 Jahre alt. Er arbeitet seit 2016 im Labor der St. Elisabeth Gruppe als MTLA. Er ist vor allem nachts, an Wochenenden und Feiertagen im Labor anzutreffen, denn „hauptberuflich“ studiert er Medizin. Wegen des Medizinstudiums wurde er auch MTLA, um die Wartezeit auf einen Studienplatz praktisch zu nutzen. „Die Arbeit im Labor hat mich am meisten interessiert, da man so einen Einblick in wichtige medizinische Parameter erhält“, so Köller. Auch er absolvierte einen Teil seiner praktischen Ausbildung im Labor der St. Elisabeth Gruppe und wurde nach seinem Examen übernommen.

Experten für Blut- und Gewebeproben

Der medizinische Teil der Arbeit als MTLA besteht in der Analyse der vielen unterschiedlichen Proben, die jeden Tag aus den verschiedenen Krankenhäusern der St. Elisabeth Gruppe in die jeweiligen gruppeneigenen Labore kommen. Geht eine neue Probe ein, wird diese von den MTLAs zunächst sorgfältig registriert und nach streng definierten Qualitätsvorgaben analysiert. Die im Labor ermittelten Resultate werden durch die MTLA biomedizinisch bewertet und anschließend den anfordernden Ärzten innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung gestellt. Welche Blutgruppe hat der Patient, wie steht es um die wichtigen Parameter – wie Blutzucker und Cholesterin – und welche anderen Werte lassen sich im Blut erkennen? Zu ihren Aufgaben gehört auch die Erstellung des „großen“ Blutbildes, bei dem unter anderem eine Differenzierung der weißen Blutkörperchen erfolgt und so schlimmstenfalls eine Leukämie erkannt werden kann. „Bevor ein Patient eine Bluttransfusion erhält, überprüfen wir zudem, ob die gewählte Blutkonserve zu der Blutgruppe des Patienten passt“, beschreibt Henkel eine andere typische Tätigkeit.

Grundlage für Diagnosen

Die MTLAs analysieren aber nicht nur Blutproben, sondern auch andere Körperflüssigkeiten sowie kleine Gewebeproben. Um Hinweise auf Infektionen, sonstige Erkrankung oder laborchemisch fassbare Risikofaktoren zu erhalten bzw. auszuschließen, werden hochtechnisierte Geräte sowie chemische, physikalische und immunologische Verfahren eingesetzt. Circa 70 % aller Diagnosen in deutschen Krankenhäusern werden auf der Grundlage solcher Analysen gestellt. Die Ergebnisse der Analysearbeit bilden dann die Grundlage für die weitere medizinische Behandlung des Patienten. Da wichtige Proben zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen können, arbeiten MTLAs in großen Krankenhäusern 365 Tage rund um die Uhr im Schichtdienst. Nachts ist Jonas Köller dann in der Regel alleine im Labor. Er trägt also die volle Verantwortung für die Analytik- falls ein Notfall eintritt und dringende Parameter oder Blutkonserven z. B. für eine Operation benötigt werden.

Technisches Verständnis und eine hohe Computer-Affinität

Der technische Aspekt des Berufs liegt in der Arbeit mit den vielen unterschiedlichen, hochsensiblen Analysegeräten, die im Labor EDV-gestützt bedient werden. „Mit einem einfachen Blick durch das Mikroskop ist die Arbeit nicht getan“, sagt Henkel. Die Labormedizin unterliegt strengsten Qualitätsrichtlinien der Ärztekammer. Die gesamte Analytik wird fortlaufend mit speziellen Kontrollseren überprüft. Bei geringsten Abweichungen werden geeignete Maßnahmen wie z. B. Spülzyklen oder Kalibrationen eingeleitet. Alle Analysen- und Kontrollergebnisse werden von den einzelnen Geräten an eine spezielle Labor-Software zusammengefasst übermittelt. Dort werden sie von der MTLA beurteilt und für den anfordernden Arzt „freigegeben“. Der zielsichere Umgang mit der Technik und dem sensiblen Probenmaterial erfordert großes Verantwortungsbewusstsein und eine sehr gute Koordinationsfähigkeit, da häufig mehrere Analysen gleichzeitig durchgeführt und Blutprodukte bereit gestellt werden müssen.
An ihrem Beruf schätzen die beiden MTLAs der St. Elisabeth Gruppe vor allem, dass er so abwechslungsreich und herausfordernd ist. Zudem werden sie von ihrem Arbeitgeber bei der Weiterbildung sehr gut unterstützt. Marina Henkel absolviert neben der Arbeit eine Weiterbildung zur Biomedizinischen Fachanalytikerin für Klinische Chemie und Pathobiochemie sowie zur Spezialistin für morphologische Hämatologie. Jonas Köller schätzt vor allem die immer wieder neuen Erfahrungen, die er während seiner Arbeit im Krankenhaus macht sowie das erlangte Wissen, welches er für seine spätere Tätigkeit als Mediziner optimal nutzen kann.

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